JEVER - „Viele Kinder wollen schon nicht mehr in den Kindergarten – die Stimmung ist mies.“ Kerstin Tümena, Siegrid Einhoff, Sandra Prieß und Kira Wagner reicht es: Ihre Kinder besuchen den Kindergarten Ammerländer Weg in Jever und mussten jetzt zum zweiten Mal Hals über Kopf ausziehen.

Wie berichtet, war vergangenen Freitag im Kindergarten erneut ein Wasserschaden aufgetreten. Nachdem ein Handwerker aus Versehen mit einer Schraube ein Heizungsrohr durchlöchert hatte, war der Fußboden mit Wasser voll gelaufen. Die Gruppen, die nach fünf Monaten Provisorium gerade in ihren Kindergarten zurückgekehrt waren, mussten erneut in die Ausweichquartiere im ev. Gemeindehaus an der Zerbster Straße und im Obergeschoss des Kindergartens Steinstraße umziehen.

„Dort gibt es kaum Spielzeug, nur ein paar Gesellschaftsspiele und etwas Malzeug – das ist doch kein Zustand“, ärgern sich die Mütter, die für alle Eltern sprechen. Die Ausweichquartiere seien mit dem Argument, dass ja bald Sommerferien sind, auch nicht kindgerecht eingerichtet worden, stattdessen müssten die Kinder nun in Sofaecken herumlümmeln.

„Sprechen wir das an, werden wir nur hingehalten, aber es passiert nichts“, sagt Kira Wagner. Dabei hätten die Eltern die unglückliche Situation bisher geduldig mitgetragen – doch nun soll damit Schluss sein. „Wir werden den Kindergartenbeitrag einbehalten und fordern eine Entschädigung“, sagen die Mütter. Zudem erwarten sie klare Aussagen darüber, wie lange das Provisorium andauern wird.

Andre Heeren, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung Jever, kann den Ärger der Eltern verstehen. „Auch wir sind extrem unglücklich über die Situation“, sagte er auf Nachfrage der NWZ . Er hoffe, dass die Reparatur des Bodens schnell vonstatten geht. Wann der Kindergarten wieder bezogen werden kann, sei jedoch nicht abzusehen.

Auch, ob die Eltern per Beitragsminderung für die Unannehmlichkeiten entschädigt werden können, prüfe er. „Wenn wir in dieser Richtung etwas tun können, werden wir das auch“, sagte Heeren. Zudem sagte er zu, mit dem Diakonischen Werk, dem Träger des Kindergartens, über Maßnahmen zugunsten der Kinder zu beraten.