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Ärger Statt Volksmusik nur Kosten und Verdruss

JEVER - Die Vorfreude auf Volksmusik-Stars wich schnell Ernüchterung: Am 6. Oktober vorigen Jahres standen Hannelore und Dieter von Wiecki aus Rahrdum an der Stadthalle in Wilhelmshaven vor verschlossenen Türen. „Das große Wunschkonzert der Volksmusik“ war nach mehreren Terminverschiebungen sang- und klanglos abgesagt worden.

Für Hannelore und Dieter von Wiecki fing damit der Ärger aber erst an. Jeweils 48,20 Euro hatten sie im Vorverkauf für Eintrittskarten bezahlt. Auf die versprochene Rückerstattung des Geldes warten sie immer noch.

Die Stadthalle hatte seinerzeit auf den Veranstalter „palatin music GmbH“ mit Sitz im emsländischen Freren verwiesen. Hannelore und Dieter von Wiecki schickten die Eintrittskarten samt Bankverbindung ein, es habe jedoch keine Reaktion gegeben. Auch Nachfragen per Telefon und E-Mail seien erfolglos geblieben: „Wir kamen entweder nicht durch oder wurden vertröstet“, berichten sie.

Für den Veranstaltungsleiter der Stadthalle Wilhelmshaven, Jürgen Fromm, ist die ganze Angelegenheit sehr „unerquicklich“. „Allen Karteninhabern, die sich bei mir gemeldet haben, habe ich geraten, einen Anwalt einzuschalten und Anzeige wegen Betrugs zu erstatten“, sagt Fromm. Auch die Stadthalle warte noch auf ihre Mietzahlung für die dreimal verlegte und dann abgesagte Volksmusik-Show. Die Stadthalle trage keine Verantwortung für die Absage und das Geschäftsgebaren des Veranstalters, mit dem die Stadthalle zuvor viele Jahre problemlos zusammengearbeitet habe. „Aber natürlich fällt so eine Sache auch auf uns zurück – und das ist ärgerlich“, sagt Fromm.

Die Stadthalle in Wilhelmshaven ist nicht der einzige Veranstaltungsort, der von geplatzten „palatin“-Veranstaltungen betroffen ist. Ähnliche Fälle gab es u. a. auch in Cloppenburg und Lemwerder.


Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Osnabrück liegen inzwischen 170 Anzeigen von Geschädigten aus dem Norddeutschen Raum gegen die „palatin GmbH“ vor, berichtete deren Sprecher Dr. Alexander Retemeyer auf Anfrage der

NWZ

 . Neben vielen Kartenkäufern, die auf die Erstattung des Eintrittspreises warteten, seien darunter auch einige Volksmusik-Künstler, die keine Gage erhalten hätten.Die „palatin GmbH“ war telefonisch nicht für eine Stellungnahme erreichbar und hat auch auf eine schriftliche Anfrage nicht reagiert. Das Amtsgericht Lingen bestätigte auf Anfrage der

NWZ

 , dass das Unternehmen inzwischen Insolvenz angemeldet hat. In einer Pressemitteilung, die der geschäftsführende Gesellschafter Reinhold Wöste an Medien im Emsland verschickt hat, begründete er diesen Schritt mit allgemein schwierigen Rahmenbedingungen in der Veranstaltungsbranche und unzureichenden Kartenverkäufen.

Für Geschädigte wie Hannelore und Dieter von Wiecki wird es nun noch schwerer, an ihr Geld heran zu kommen. Dennoch wollen auch sie nun Anzeige erstatten. „Es kann nicht sein, dass man so lange hingehalten wird und am Ende mit leeren Händen da steht“, sagen sie.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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