Jever - Rund 5000 Personen betreut das Jobcenter Friesland mit seinen beiden Standorten in Jever und Varel. Wobei die Zahl „5000“ nicht der Zahl der Langzeitarbeitslosen entspricht, um die sich das Jobcenter tatsächlich kümmert, betont der Leiter der Behörde Andreas Bruns. Das sind aktuell rund 800. Aber hinter ihnen steht eine Familie, die dadurch ebenfalls Leistungen bezieht – als so genannte Bedarfsgemeinschaft.

Aktuell läuft – initiiert vom Deutschen Landkreistag und vom Deutschen Städtetag – die Kampagne „Kommunale Jobcenter – Stark. Sozial. Vor Ort“. Es geht darum, Bürgern, Politik und Wirtschaft den „Markenkern“ der kommunalen Jobcenter zu verdeutlichen. Es geht unter anderem um die Projekte und Schwerpunkte, um Menschen (wieder) in Arbeit zu bekommen. „Und zwar auf dem ersten Arbeitsmarkt“, betont Landrat Sven Ambrosy. Am Mittwoch stellt der Landkreis mit seinem Jobcenter dazu in Roffhausen auf dem TCN-Gelände das Projekt der Toys Company vor, und am Freitag geht es um ein Projekt in der Alten Brauerei in Schortens, das sich an Frauen mit Migrationshintergrund wendet.

Hauptaufgabe des Jobcenters allerdings ist das Kümmern um die Klientel, die aus ganz unterschiedlichen Gründen auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen kann (siehe Infokasten). Es geht um Leistungsbezug (Hartz IV), es geht um Eingliederungsmaßnahmen und berufliche Weiterbildung und mitunter auch bei speziellen Problemen um Suchthilfe, Schuldnerberatung oder psychosoziale Betreuung.

Beide Bereiche der Arbeitslosigkeit – also auch die, die unter die Arbeitslosenversicherung und damit in die Zuständigkeit des Bundes fällt – sind stark rückläufig in Friesland und bewegen sich in Bereichen der Sockelarbeitslosigkeit, betonte Ambrosy. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit, die aktuell bei 1,5 Prozent liegt, habe sich erfreulich nach unten entwickelt.

Ambrosy und Andreas Bruns bezeichneten das kommunale Jobcenter als Erfolgsgeschichte. Es gelinge dem Jobcenter, jährlich gut 30 Prozent Arbeitslose auf den ersten Arbeitsmarkt und damit in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vermitteln, berichtet Bruns. Damit liege das Jobcenter Friesland deutlich über dem Durchschnitt aller 45 Jobcenter in Niedersachsen.

Bruns legt Wert darauf, dass in seiner Behörde keine Menschen auf den Gängen und Fluren warten müssen. Es würden Termine vereinbart. „Jede Akte hat schließlich ein Gesicht“, betont Bruns. So werde genau hingesehen, wer welche Unterstützung benötigt.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever