JEVER - Im Winter ist es gar nicht so einfach, aus regionalen Produkten etwas auf den Tisch zu bringen, was auch Kinder und Jugendliche mögen. Beim „Regionalen Tag“ am Mariengymnasium Jever wurde am Mittwoch Grünkohl mit Kartoffeln, Kasseler und Pinkel aufgetischt – das kennt jeder.

Neben Grünkohl gibt es im Winter auch Möhren und Pastinaken, Feldsalat, Lauch, Steckrüben, Chinakohl und natürlich Kartoffeln aus regionaler Erzeugung – „daraus lassen sich viele schmackhafte Gerichte zubereiten“, meint Ernährungsberaterin Susanne Balduff vom Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Schortens, die das Projekt „Regional ist 1. Wahl“ an Frieslands Ganztagsschulen begleitet.

Das Projekt läuft seit Ende 2009. Ziel ist, an zunächst fünf Projektschulen – neben dem Mariengymnasium Jever/Schortens, die IGS Wilhelmshaven, die KGS Wittmund, die Cäcilienschule und die Grundschule Varel – saisonale Produkte aus regionaler Erzeugung in der Mensa-Verpflegung einzusetzen. Bisher geschieht das an den „Regionalen Tagen“, die in der Regel einmal im Vierteljahr oder an der Cäcilienschule sogar einmal im Monat stattfinden.

Parallel dazu stellt das RUZ Materialien für den Unterricht zusammen: So lernen Grundschüler, was in der Region eigentlich wächst, ältere Schüler befassen sich mit den Themen Globalisierung, Klima, Umwelt und gesunde Ernährung. „Die Schüler setzen sich intensiv mit Ernährung auseinander“, sagt die pädagogische Leiterin des Projekts, Ina Rosemeyer. Das ist auch deshalb wichtig, weil „die Schüler gar nicht gewohnt sind, saisonal zu essen – schließlich ist ja auch im Winter ein großes Angebot an Obst und Gemüse zu bekommen“, meint Schulleiterin Dorothe Levin.

Geplant ist, das Projekt „Regional ist 1. Wahl“ in diesem Jahr auf die Ganztagsschulen im Bereich der Landesschulbehörde Osnabrück auszuweiten, als nächster Schritt soll die Ausweitung auf das gesamte Land folgen. Damit verbunden sei auch regionale Wirtschaftsförderung, betont RUZ-Leiter Udo Borkenstein: Die Erzeuger sollen später direkt an die Schul-Caterer liefern. Zurzeit ist das aber noch Zukunftsmusik: „Es ist gar nicht so einfach, die Mengen, die zur Verpflegung in der Schule gebraucht werden, regional einzukaufen“, sagt Ina Rosemeyer.


Unterstützt wird das Projekt vom Landkreis Friesland, finanziert wird es von der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems.