JEVER - Auf ein arbeitsreiches Jahr 2009 blickte der Vorstand des Bürgervereins Jever bei der Jahreshauptversammlung zurück: Viele Veranstaltungen wie Besenwerfen, Maibaumfeier am Schützenhof, Boßelwettkampf gegen die Clevernser und Tagesfahrten hat der Bürgerverein im vergangenen Jahr angeboten. „Das Grillfest ist inzwischen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm“, berichtete Vorsitzende Silvia Jennerich.
Ferner organisierte der Vorstand wieder eine Fahrt zum Schloss Dankern, die im Rahmen des Ferienpasses stattfand. Zur Versammlung konnte Jennerich nicht nur viele interessierte Mitglieder begrüßen – der Saal war voll besetzt – sondern neben vielen Ratsvertretern auch Jevers stv. Bürgermeister Jan-Edo Albers, Landrat Sven Ambrosy und Björn Mühlena von der Stadtverwaltung.
Trotz der zwölf Neuzugänge 2009 konnte der Verein die Grenze von 600 Mitgliedern – bedingt durch Austritte und Sterbefälle – nicht halten. Doch mit weiteren fünf Neuzugängen in diesem Jahr sei man auf einem guten Weg. Der Bericht von Schatzmeister Ralf Berends ließ keine Beanstandung zu. Sein Amt stellte er aufgrund beruflicher Belastung dennoch zur Verfügung. In Margrit Schönbohm war schnell eine Nachfolgerin gefunden. Zum stv. Vergnügungsleiter wurde Herbert Schüdzig gewählt.
Landrat Ambrosy berichtete kurz über die Situation des Landkreises. „Wir konnten das schwierige Jahr 2009 mit einem ausgeglichenen Haushalt abschließen“, erklärte er. Gelungen sei das durch kontinuierliches Sparen. Doch bei Bildung und Wirtschaftsförderung wolle der Kreis auch in diesem Jahr nicht sparen. Mit einem Investitionsvolumen von 8,5 Millionen Euro werden die Berufsbildenden Schulen Varel saniert sowie die Verlegung der Förderschule am Schlosserplatz zum Schulzentrum am Dannhalm in Jever in Angriff genommen.
Für Unmut sorgte die Räumpflicht, die von der Stadt Jever bei Unterlassung gleich angemahnt werde. So haben Mitarbeiter der Stadt Jever im Wohngebiet „Am Lükenshof“ Zettel verteilt, als jemand seiner Räumpflicht nicht nachkam (die NWZ berichtete). „Uns haben diverse Hinweise von Bürgern erreicht, die sich massiv über Inhalt, Stil und Vorgehensweise beklagen“, berichtet Heiko Schönbohm, Sprecher der SWG/Sender-Gruppe im Stadtrat, die sich des Themas angenommen hat. Das Schreiben zeuge nicht gerade von Bürgernähe, so Schönbohm. Björn Mühlena, der keinen leichten Stand hatte, machte noch einmal deutlich, dass auf beiden Grundstücksseiten und auf dem anliegendem Gehweg Räumpflicht bestehe.
Die neuen Abgabenbescheide für das Regenwasser, die den Bürgern in den vergangenen Tagen zugestellt wurden, gaben ebenfalls Anlass zur Kritik. Mit der neuen Bemessung kommen auf einige Bürger Mehrkosten zu. Wie berichtet, hat die Stadt Jever mit Jahresbeginn getrennte Abwassergebühren eingeführt. Hintergrund der neuen Abwassergebührenordnung ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, das eine verursachergerechte Verteilung der Kosten für die Abwasserbeseitigung entsprechend der tatsächlichen Inanspruchnahme von Schmutz- und Niederschlagswasser vorsieht. „Die Stadt hat dadurch keine Mehreinnahmen“, versicherte Mühlena, es finde nur eine Umverteilung statt. Somit zahlen Hauseigentümer mit vielen versiegelten Flächen zukünftig mehr.
