JEVER - Im „Quelle-Shop“ an der Großen Wasserpfortstraße in Jever hat der Endspurt begonnen: So lange Frank „Franky“ Müller und seine Frau Michaela Müller-Flerlage noch Bestellware besorgen können, werden sie liefern.
Am Montag hat in den 83 Quelle-Filialen in ganz Deutschland der Waren-Ausverkauf des insolventen Versandhauses begonnen. Auch die Inhaber von „Frankys Möbelkiste“ mit angeschlossenem Quelle-Shop in Jever spüren ein Mehr an Kundschaft.
Vor fünf Jahren hatten sie die Quelle-Filiale in ihrem Geschäft eröffnet. „Unser Ziel war damals, Leute in den Laden und in die Straße zu bekommen“, sagt Franky. Das traditionsreiche Versandhaus habe es versäumt, mit der Zeit zu gehen: „Bei Quelle kaufen in der Regel Ältere. Junge Leute bestellen eher bei Otto oder Neckermann – auch, weil diese Versandhäuser schon lange Online-Shops betreiben“, hat er festgestellt.
Dass das Versandgeschäft nun bald vorbei ist, besorgt Müller indessen nicht besonders: „Frankys Möbelkiste läuft auch ohne ,Quelle‘, wir müssen von den Bestellungen nicht leben“, sagt er. Im Gegenteil erhält er durch das zwangsläufige Auslaufen seiner Verträge mit Quelle nun freie Hand, neue Pläne für seine „Möbelkiste“ zu verwirklichen: „Wir mussten wegen Quelle in der Innenstadt bleiben“, erklärt Franky.
Doch schon lange liebäugelt er mit einem Umzug aus der Fußgängerzone in einen verkehrsgünstiger gelegenen Laden für seine gebrauchten Möbel. „Wir brauchen Parkplätze und ein Geschäftsumfeld, wo viele Leute vorbeikommen“, sagt er. Die Fußgängerzone Große Wasserpfortstraße biete dafür viel zu wenig Laufkundschaft.
Gekündigt hat er seinen Laden bereits: Ende Januar steht der Umzug der „Möbelkiste“ an. Zwei neue Standorte hat er im Blick, die Verhandlungen laufen. „Wir wollen moderner werden und erweitern“, verrät Franky.
Der „langen Meile“ in Jevers Zentrum droht dagegen ein Leerstand auf einer Fläche von 600 Quadratmetern.
