JEVER - Wer Irmgard Rohlfs, geb. Hochel, kennen lernt, ist versucht, nochmals nach ihrem Alter zu fragen. Und ein wenig stolz ist die Jubilarin aus Jever schon, dass sie an diesem Donnerstag, 18. Dezember, in ihrem Haus in Jever rüstig und bei guter Gesundheit ihren 90. Geburtstag feiern kann.
„Wir waren nie krank. Es kommt darauf an, wie man sein Leben lebt – solide und zufrieden“, nennt Irmgard Rohlfs als Gründe für ihr hohes Alter. Zwei Töchter, zwei Schwiegersöhne und zwei Enkelkinder gratulieren zum heutigen Ehrentag.
Gebürtig stammt die Jubilarin aus der Gegend von Theodor Fontanes „Herrn Ribbeck“ in der Mark Brandenburg. In Nauen ist sie als Zweitjüngste zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen.
Die Schule absolvierte sie in Nauen, später in der Großstadt Berlin. Für ihre Arbeit in den Büros auf dem Fliegerhorst Döberitz musste sie Steno und das Zehnfingersystem auf der Schreibmaschine beherrschen. 1938 lernte sie ihren Ehemann Heinrich kennen. Der gelernte Maler kam gebürtig aus Jever. Während eines Fronturlaubs zu Weihnachten heirateten sie in der Marienstadt.
„Die erste gemeinsame Wohnung bezogen wir in einer Villa im vornehmen Berliner Bezirk Grunewald“, erinnert sich Irmgard Rohlfs gerne. Als sie dort ausgebombt wurden, zog die junge Ehefrau zu ihrer Mutter nach Nauen. 1941 wurde ihnen ein Junge geboren, der leider bereits vor 20 Jahren verstarb.
Wie viele andere zwang auch sie der Krieg zur Flucht in den Westen zu ihren Schwiegereltern in Jever. Dorthin kehrte nach Kriegsende auch Heinrich Rohlfs unversehrt zurück. Wieder im alten Beruf als Maler tätig, machte er den Meister und baute quasi aus dem Nichts einen florierenden Betrieb auf. Zwei Töchter kamen zur Welt.
Familie, Geschäft, Haus und Garten füllten arbeitsreiche Jahre in Jever. Mit Turnen und Singen hielt sich Irmgard Rohlfs fit. Beides liebte sie schon als Kind. Beim MTV und im Gemischten Chor fand sie Aufnahme. Auch gekegelt hat sie gern.
Gemeinsame Reisen mit ihrem Ehemann füllen heute mehrere Fotoalben mit Bildern aus Nordafrika, Sizilien, Griechenland, Frankreich und Venedig – Länder und Städte, in die ihren Mann auch der Krieg geführt hatte. Seit zwei Jahren verwitwet, zehrt die Jubilarin beim stundenlangen Betrachten der Alben von diesen Erinnerungen.
Moorwarfen/ide „Er ist der Strolch und wir sind die Lustigen“: Diese Bemerkung bezieht sich auf Gerhard Brockmann, Organisator der Kegelgemeinschaft „Die lustigen Strolche“ und wird nicht im Geringsten übel genommen. Das zeichnet die 13 Kegelbrüder und -Schwestern aus: Spaß steht im Vordergrund.
Und den haben sie seit 35 Jahren. Alle 13 Mitglieder sind auch Gründungsmitglieder. Seit 1973 treffen sie sich einmal im Monat zum Kegeln und verstehen sich noch genau so gut wie zu Anfang. Aus der Kegelgemeinschaft ist längst ein privater Freundeskreis geworden.
Entstanden ist der Kegelclub eher zufällig aus guten Kunden und der Betreiberfamilie des Imbiss’ „Alt Jever“ an der Mühlenstraße. Man verstand sich gut und wollte etwas gemeinsam unternehmen. Zunächst kegelten sie im Hotel Stadt Jever, wechselten später in die Jagdhütte Oldorf und haben seit zehn Jahren ihr Lokal im Parkhaus Moorwarfen gefunden.
Auch wenn Gerhard Brockmann heute noch ein Kegelbuch von 1973 vorzeigen kann, in dem akribisch die Ergebnisse von damals verzeichnet sind: Ein richtiger Verein sind sie nie geworden und an Wettkämpfen haben sie sich auch nie beteiligt. Das ist sicher der Grund, warum alle 13 Mitglieder seit der Gründung dabei geblieben sind.
Inzwischen liegt ihr Durchschnittsalter irgendwo zwischen 60 und 70 Jahren. Neue Mitglieder haben sie in den letzten 35 Jahren nicht aufgenommen. Ein Glücksfall für den Verein, der eigentlich gar keiner ist, war, dass alle Mitglieder nicht nur der Gemeinschaft, sondern auch ihrer Heimatstadt Jever die Treue hielten.
