JEVER - JEVER - Der Nordwesten will sich in einem Europa der Regionen als erkennbarer und handlungsfähiger Wirtschaftsraum entwickeln. Mit der Bildung einer „Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg“ werde damit ein zukunftsgerichteter Entwicklungsansatz formuliert, sagte der Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Dr. Karl Harms, gestern in Jever bei der Unterzeichnung einer Resolution, mit der Kommunen und Wirtschaft von der Ministerkonferenz für Raumordnung die Anerkennung als „Metropolregion“ fordern.

Die Unterzeichner würden sich gegenüber den Landesregierungen in Bremen und Hannover klar zu einer „regionalen Verantwortungsgemeinschaft“ bekennen, sagte Harms. Auf diese Weise könne für die Region am Ende mehr erreicht werden als durch die Summe möglicher Einzelinitiativen. Das gelte nicht nur für die viel zitierte EU-Förderung. Mindestens so wichtig sei „die Bündelung der Kräfte, die Abstimmung von Entwicklungslinien oder das Zusammenwirken bei Infrastrukturprojekten als Signale gegenüber den privaten Akteuren im In- und Ausland“.

Bei der Bildung der „Metropolregion Bremen/Oldenburg“ müsse sich die Region ihrer vorhandenen Stärken bewusst werden: „Sie muss Schwächen erkennen und abbauen, um im Standortwettbewerb voranzukommen“, sagte Harms.

Der Nordwesten fordere einen „gebührenden Platz im Konzert der europäischen Regionen“ ein, betonte der Diepholzer Landrat Gerd Stötzel, der Vorsitzender der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Bremen/Niedersachsen ist. Dabei müsse sich die Region nicht erst formieren, sie habe sich vielmehr „in weiten Teilen schon gefunden“.

Der Nordwesten sei „auf einem guten Weg“, sagte Jens Eckhoff (CDU), Bremens Senator für Bau und Umwelt. Die Weiterentwicklung des Landes Bremen sei nur zusammen mit dem Umland möglich – beispielsweise beim Wettbewerb um Gewerbegebiete oder Bauland. Eckhoff zeigte sich zuversichtlich, dass die Ministerkonferenz für Raumordnung die Anerkennung als „Europäische Metropolregion“ genehmigen werde: „Wenn wir das jetzt nicht hinkriegen, sind wir selber schuld“.