JEVER - Die Landfrauen haben in den vergangenen Jahrzehnten viel für die Frauen auf dem Land erreicht. „Gemeinsam können wir auch weiterhin viel bewegen“, appellierte Kreis-Landfrauenvorsitzende Meike Hajen am Donnerstag beim Kreislandfrauentag in Jever (die NWZ berichtete). Die Arbeitsgemeinschaft der Landfrauen in Friesland setzt sich aus acht Vereinen mit 840 Mitgliedern zusammen.
„Wir sind zahlreich, kompetent und engagiert“, sagte Agnes Witschen, Vorsitzende des Landfrauenverbands Weser-Ems: 2008 haben in Weser-Ems 120 000 Landfrauen mehr als 3000 Veranstaltungen organisiert. Das Engagement im Verein sei nicht selbstverständlich und müsse stärker anerkannt werden. Witschen forderte eine Ehrenamtspauschale auch für Landfrauenvorstände: „Qualifizierte Arbeit muss entlohnt werden.“
Im anschließenden Festvortrag ging es um „Neidlos glücklich. Frauen zwischen Freundschaft und Rivalität.“ Schon der Titel von Antje Balters aus Bremen ließ einiges erahnen: Schonungslos sprach sie über gnadenlose Rivalität und grenzenloses Vertrauen zwischen Frauen. Als Beispiele führte sie alltägliche Szenen an. Und kaum eine der Zuhörerinnen konnte sich nicht wiederfinden.
Laut Balters sind alle Frauen Rivalinnen: „Die erste Begegnung mit Rivalität beginnt in der Kindheit. Die Mutter stellt eine Konkurrenz dar.“ Das sei ganz normal, könne aber zum regelrechten Wettstreit ausarten, meinte die Referentin. Und schon war klar, worum es eigentlich immer gehe – um Männer!
Der Konkurrenzkampf wird in der Schule fortgesetzt, dabei drehe sich eigentlich alles ums Aussehen. Und dazu hätten die meisten Frauen ein irrationales Verhältnis: „Wir orientieren uns nicht an wirklichen Geschöpfen, sondern an Modellen, die alle retuschiert sind.“
Das Aussehen spiele auch im Berufsleben eine große Rolle. Mit übler Nachrede und Sticheleien versuche frau, ihre Konkurrentinnen auszuschalten. „Doch zu welchem Zweck?“, fragte die fünffache Mutter, die als freie Lektorin und Autorin tätig ist.
„Es geht weniger um Anerkennung vom Vorgesetzten als um das Gefühl, dazu zu gehören.“ Männer seien lieber erfolgreich und suchten die direkte Auseinandersetzung. Frauen dagegen seien im Basteln von „Zeitbomben“ Meisterinnen.
Innerer Frieden und Gelassenheit seien die Lösung, um den Konkurrenzkampf zu durchbrechen. „Denn wenn wir gut zu uns selbst sind und uns Wünsche erfüllen, stellt sich auch eine gewisse Zufriedenheit ein“, forderte Balters die Anwesenden auf, gegen den Strom zu schwimmen. Dann bleibe die „Kampfarena“ leer.
Welche Rolle spielt im Miteinander von Frauen die „beste Freundin“? „Eine Busenfreundin ist wichtig, man kann fast alles mit ihr teilen“, so Balters. Nähe und Intimität könnten aber bedrohlich werden, wenn die Freundschaft zerbreche. „Eine Busenfreundin ist kostbar, die Beziehung aber nicht immer konstruktiv und positiv“, resümierte Balters. Für ihren lebhaften Vortrag erhielt die 56-Jährige viel Beifall.
