JEVER - In den vergangenen Jahren ist eine mögliche Fusion der Landvolkvereine Jever und Cleverns-Sandel-Möns intensiv diskutiert worden. Auf der jüngsten Hauptversammlung des jeverschen Verbandes im Chausseehaus war davon nun aber keine Rede mehr.

Ganz vom Tisch ist die Fusion aber noch nicht, würde sich doch dadurch ein größerer und schlagkräftiger Landvolkverein für den Kommunalbereich Jever ergeben. „Anstatt Fusion wird die schon über viele Jahre gelebte Kooperation mit dem Landvolkverein Cleverns-Sandel-Möns fortgesetzt“, stellt Erhard Bruns, Geschäftsführer des Landvolkvereins Jever, fest. Er war es, der nach dem mageren Ergebnis der Vorstandswahlen im Landvolkverein Jever im vergangenen Jahr die Fusion noch einmal zur Diskussion gestellt hatte.

Bei Vorträgen und Veranstaltungen erhalten die Jeveraner stets eine Einladung und können somit an dem vielfältigen Programm des Nachbarvereins teilnehmen. Dabei soll es zunächst auch bleiben. Beide Vereine beteiligen sich seit vielen Jahren gemeinsam beim jeverschen Brüllmarkt. Hier werde das Motto „Stadt und Land“ gelebt.

Der Vorsitzende des Landvolks Jever, Enno Beenken, begrüßte als Gast Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen, der über aktuelle Themen aus der Landwirtschaft berichtete. Seetzen forderte, dass es auch nach dem Ende der Milchquote im Jahr 2015 Ausgleichszahlungen für die Milchbauern geben müsse. Im Vergleich zum Ausland hätten die deutschen Milchbauern mit deutlich höheren Betriebskosten z. B. für Dieseltreibstoff und Futtermittel zu kämpfen. Die Konkurrenzfähigkeit müsse erhalten bleiben.

Seetzen geht davon aus, dass sich der Milchpreis stabilisieren wird. Dafür sorge derzeit eine steigende Nachfrage aus dem Ausland u. a. auch für Käse und Milchpulver.


Ein weiteres Schwerpunkthema, zu dem es auch eine angeregte Diskussion gab, war die Biogastechnologie. Hier kommt es immer wieder zu Konflikten u. a. wegen angeblicher Geruchsbelästigungen. Beenken, der in Rahrdum selbst eine Biogasanlage betreibt, rief Kritiker auf, sich eine Anlage vor Ort anzuschauen und selbst einmal „hineinzuschnuppern“.