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Lzo Diskussion um die „Container-Bank“

Rahel Arnold

JEVER - Die Container-Bank der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) auf dem Alten Markt wächst in die Länge und Höhe – und sorgt in der Bevölkerung für Diskussionen.

„Auf den ersten Blick sind die Container nicht besonders schön und ich denke auch an die Geschäftsleute, die durch die Anlage verdeckt werden. Etwa das Restaurant Solopaca. Die Gäste müssen nun auf den schönen Ausblick verzichten“, sagte zum Beispiel Nicole Weber aus Schortens, die am Donnerstag auf dem Alten Markt unterwegs war.

Auch einige Touristen sind irritiert: „Wir hätten den historischen Marktplatz gerne in seinem Originalzustand gesehen und nicht so unvorteilhaft bebaut“, sagte Fred Gerats aus Brüggen, der mit seiner Frau das erste Mal in Jever ist.

Großinvestition

Jochen Schmalz aus Jever hätte sich für die Container einen anderen Standort gewünscht: „Die Anlage ist gelungen, steht aber am falschen Platz“, sagte er. Sie hätte besser vor dem Ahlers-Haus stehen können, da hätte sie niemanden gestört. Da es sich aber nur um ein Provisorium handele, sollten die Menschen auch nicht zu empfindlich reagieren.

Wie berichtet, reißt die LzO ihre in den 1970er Jahren gebaute Filiale ab und errichtet für sechs Millionen Euro einen Neubau. Während der 15- bis 18-monatigen Bauzeit nutzt sie die Container, die zwischen dem Sagenbrunnen und der Oldenburgischen Landesbank aufgebaut worden sind. Die zweigeschossige Anlage mit 44 Containern (inklusive Tresor) hat eine Gesamtlänge von knapp 30 Metern.


„Das ist doch schon sehr dominant“, meint Dirk Eden, Vorsitzender des Vereins „Jever Aktiv“: „Wir hätten es lieber gesehen, wenn das Stadtbild nicht über einen so langen Zeitraum beeinträchtigt wird.“

Der Stadtrat hatte den Standort direkt in Jevers „guter Stube“ auf dem Alten Markt nach kontroverser Diskussion bewilligt. Auch die Denkmalbehörde beim Landkreis Friesland hat zugestimmt.

Die LzO wirbt um Verständnis: „Wir brauchen ein adäquates Ausweichquartier für unseren Standort in Zentrumslage“, sagte Regionaldirektor Ulf Thomas. Die Bank habe bei den Planungen immer mit offenen Karten gespielt. Für die Containeranlage liege eine Baugenehmigung vor. Auch die betroffenen Anlieger hätten dem Ausweichquartier zugestimmt.

An den fensterlosen Seitenwänden des Containers werde die LzO Werbebanner für die Geschäfte am Alten Markt anbringen, die durch die Anlage verdeckt werden. Die Stadt erhält eine Entschädigung für wegfallende Parkgebühren.

Lösung für Eisbahn

Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt hat eigenen Angaben zufolge noch keine kritischen Stimmen gehört.

Zwar würden die Container auch aus ihrer Sicht das Stadtbild vorübergehend beeinträchtigen. Doch entscheidend sei das Ergebnis: „Seitdem ich in Jever lebe, gibt es Diskussionen über die alte LzO, die sich absolut nicht in das Ensemble am Alten Markt eingefügt hat“, so Dankwardt. Sie sei froh, dass die LzO nun viel Geld € für einen Neubau in die Hand nimmt, der von der Denkmalpflege als würdiger Nachfolgebau gewertet wurde.

„Bürger und Gäste unserer Stadt sollten den Neubau interessiert verfolgen und sich eher daran erfreuen, als sich über den Ist-Stand aufzuregen“, so die Bürgereisterin. Es sollte nicht im Vorfeld schlecht geredet werden, was am Ende der deutlichen Verbesserung des Stadtbildes diene.

Der Verein „Jever Aktiv“ plant unterdessen schon für das achte Eisvergnügen, das in der Adventszeit stattfinden soll. Bislang stand die beliebte Eisbahn dort, wo jetzt die Bankcontainer installiert wurden. Eden zufolge soll die Eisbahn nun auf den gegenüber liegenden Parkplatz vor der Tourist-Information ausweichen.

NWZ

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