JEVER - Das Konzept des Abfallzweckverbands, mit Hilfe einer neuen Trockenvergärungsanlage die erforderliche Kapazität für die Abfallbehandlung zu erreichen, geht offenbar auf.
Seit Ende Juli müsse kein Abfall mehr für teures Geld extern verarbeitet oder deponiert werden, teilte der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftszentrums Wiefels, Lothar Arlinghaus, am Mittwoch in der Verbandsversammlung im Kreisamt Jever mit. Zwar sei die neue Anlage wegen noch ausstehender und oft langwieriger Untersuchungen noch nicht offiziell abgenommen worden, sie laufe aber reibungslos.
Wie berichtet, setzt das Abfallwirtschaftszentrum bei der Abfallbehandlung auf biologische und mechanische Verfahren. Beim Neubau der entsprechenden Abfallbehandlungsanlage kam es allerdings zu Problemen. Der Hersteller ging pleite, der Zweckverband musste die Anlage in Eigenregie weiter bauen.
Da sie ihre Kapazität allerdings nicht erreichte, beschlossen die Landkreis Friesland und Wittmund als Träger des Zweckverbands, weitere rund zehn Millionen Euro in eine so genannte Trockenvergärungsanlage zu investieren, um so die Kapazitätslücke zu schließen.
Positiver Nebeneffekt der biologischen Methode: Im Abfallwirtschaftszentrum werden inzwischen auch Gas, Strom und Wärme produziert – und zwar mehr, als in der Anlage selbst benötigt werden. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist, für die Wärme wird noch ein Abnehmer gesucht.
Die Landkreise Friesland und Wittmund finanzieren das Abfallwirtschaftszentrum mit einer Verbandsumlage von gut 8,2 Millionen Euro. Da kein Müll mehr extern verarbeitet werden müsse, werde die Umlage 2012 leicht sinken, kündigte die Geschäftsführung an. Zudem könnten die Träger schon jetzt mit einer geringen Rückerstattung rechnen.
Probleme gibt es aber offenbar weiterhin mit Geruchsbelästigungen. Der Wangerländer FDP-Kreistagsabgeordnete Reinhard Onnen-Lübben berichtete in der Verbandsversammlung über neue Beschwerden aus dem Ort Wiefels. Grund ist laut Arlinghaus das nasse Wetter. Die Nässe weiche den auf dem Gelände gelagerten Fertigkompost auf, dadurch würden Gerüche entstehen.
Arlinghaus appellierte an die Bevölkerung, in Wiefels, sich bei Geruchsbelästigungen unverzüglich und direkt ans Abfallwirtschaftszentrum zu wenden: „Dann können wir schnell reagieren und der Ursache direkt auf den Grund gehen.“
