JEVER - JEVER/ANZ - Krawallmacher sollen bei Landjugendfeten künftig frühzeitig an die Luft gesetzt werden. Darauf hat sich ein Runder Tisch aus Polizei, Landjugendvorstand und den Gastwirten Bernhard und Stefan Eden geeinigt.

Hintergrund für das Treffen waren die Schlägereien bei der Weihnachtsparty der Landjugend Jeverland in Stefan Edens Schützenhof. Nach Mitternacht war die Polizei Dauergast gewesen, um weitere Schlägereien zu verhindern (die NWZ berichtete).

Laut Polizeihauptkommissar Thomas Schlemme hat die Polizei festgestellt, dass junge Leute bei Großveranstaltungen immer häufiger aggressiv auftreten. Eine Ursache sei übermäßiger Alkoholgenuss schon vor der Veranstaltung. Dazu komme, dass die Veranstalter von Feten zu viele Leute in die Partyräume lassen: „Reibung erzeugt Wärme – aber zu viel Reibung ruft Aggression hervor“, so Schlemme. Er riet dazu, künftig strikt auf die Besucherzahlen zu achten.

Für Gastwirt Bernhard Eden, der in seiner „Molkerei Horum“ selbst jahrelang Veranstalter von Landjugendfeten war, sind diese Probleme kein neues Phänomen.

„Natürlich geraten auch mal Leute aneinander – dann muss man eben einschreiten“, sagte er. In Zukunft müssten Radaubrüder rechtzeitig an die frische Luft gesetzt und von Landjugendfeten ausgeschlossen werden, riet er: „Das sind wir den friedlich feiernden Leuten und auch ihren Eltern schuldig“, betonte er.


Auch Jan Schake und Enno Thomßen von der Landjugend sehen das so. Sie boten an, bei den nächsten Veranstaltungen eng mit Polizei und Gastwirt zusammen zu arbeiten. Die Landjugend wolle sich außerdem nach einem professionellen Sicherheitsdienst umschauen, kündigten die beiden an.

Mehr Kontrollen sind auch aus einem anderen Grund künftig sinnvoll: Das Jugendamt des Landkreises hat angekündigt, gemeinsam mit der Polizei häufiger die Einhaltung von Bestimmungen des Jugendschutzes zu kontrollieren.