JEVER - Seit einigen Wochen schon wird im Keller des St.-Annen-Quartier gearbeitet. Am Mittwoch fand nun die offizielle Grundsteinlegung für das Großprojekt statt, das das Erscheinungsbild der Altstadt zwischen St.-Annen-Straße und Großer Wasserpfortstraße neu prägen wird. Der jeversche Unternehmer Dr. Karl Harms investiert hier rund zehn Millionen Euro in fünf Stadthäuser mit Eigentumswohnungen und Tiefgarage, ein Seniorenzentrum mit 31 Wohnungen sowie Geschäftsräume für einen Supermarkt mit Bäckerei und Café, Arztpraxen, eine Apotheke und eine Sozialstation.
Nach zweijähriger Planung geht es nun endlich los, sagte Dr. Harms, der mit seiner Familie im letzten noch auf dem Gelände stehenden Altbau am Mittwoch zahlreiche Gäste darunter künftige Eigentümer und Mieter, Nachbarn, Planer, Mitarbeiter der Baufirmen sowie Vertreter aus Rat, Verwaltung und Wirtschaft zur Grundsteinlegung begrüßte. Harms dankte Stadt und Landkreis für die gute Zusammenarbeit und der Stadt für deren Investition in das Projekt. Wie berichtet, beteiligt sich die Stadt Jever mit rund einer Million Euro am Bau der Tiefgarage und hat zudem die Umsiedlung einer Spielhalle an den Kirchplatz finanziert beides hat im Rat für kontroverse Diskussionen gesorgt.
Wohnen im Zentrum
Das St.-Annen-Quartier werde das Wohnen im Stadtzentrum voranbringen, den Einzelhandel in der Innenstadt stärken und die Aufenthaltsqualität verbessern, betonte Dr. Harms, der aus Anlass der Grundsteinlegung Geld für ein von ihm unterstütztes Mikrokreditprojekt für Frauen in Ghana spendete (siehe Info-Kasten).
Ich bin von dem Projekt überzeugt, betonte Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt. Der Bau attraktiver Wohnungen in der Innenstadt sei ganz im Sinne der Flächennutzungsplanung, mit deren Hilfe das Zentrum gestärkt und eine Zersiedelung verhindert werden soll. Die Zuschüsse der Stadt sind laut Dankwardt eine wichtige Wirtschaftsförderung.
Das St.-Annen-Quartier wird die Entwicklung der Kreisstadt nachhaltig bereichern, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy, der die Strategie der Stadt bei ihrer Flächennutzungsplanung ausdrücklich lobte. Das Ideal vom frei stehenden Einfamilienhaus im Grünen werde mit Blick auf einen immer größeren Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung an Bedeutung verlieren.
