Jever - Die Stadt Jever hat demnächst 18 weitere Bauplätze im Verkauf: Der Stadtrat hat den Bebauungsplan 106 „westlich beim Dünkagel“ einstimmig beschlossen: Auf der rund 1,1 Hektar großen Fläche südlich des Friesenwegs können nun Baugrundstücke entstehen – und zwar rechts niedrigere Häuser, die sich ans bestehende Wohngebiet anpassen, links höhere Gebäude. Für alle neuen Häuser gilt: Maximal zwei Wohneinheiten sind zulässig. Damit folgt die Stadt nicht der Anregung des Landkreises Friesland, dort auch große Mehrfamilienhäuser zuzulassen.

Straßenbenennung im Neubaugebiet

Die Grünen-Fraktion in Jevers Stadtrat hat beantragt, im Neubaugebiet „westlich Beim Dünkagel“ eine Straße nach Sophie Prag zu benennen. Der Antrag stammt noch von der alten Fraktion.

Sophie Prag hat 1915 als erste Schülerin am Mariengymnasium ihr Abitur abgelegt. Die spätere Kinderärztin wurde 1895 in Ankum geboren. 1933 floh sie als verfolgte Jüdin vor den Nazis nach Lima (Peru), wo sie 1955 starb. Sie gilt als erste Akademikerin Jevers. Ihre schulische Kariere war ein Meilenstein weiblicher Emanzipation, argumentiert die Grünen-Fraktion.

Für die Grünen ist wichtig, mit der Straßenbenennung ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen. „Das sollte bei allen Straßen im neu entstehendem Baugebiet der Fall sein,“ so Olaf Harjes.

Die Grünen-Fraktion äußerte sich sehr zufrieden darüber, dass eine Baumgruppe aus der Fläche des neuen Baugebiets herausgenommen wurde. Und in Zusammenhang mit ihrem Antrag, eine Straße nach Sophie Prag zu benennen, regte Olaf Harjes an, eine weitere Straße Fritz Levy, letztem Juden Jevers, zu widmen.

Dieter Janßen (SPD) sieht im neuen Baugebiet ein Zeihen dafür, dass sich Jever entwickelt. Er kündigte an, dass seine Fraktion sich auch für Lückenbebauung und Hinterbebauung in den Außenbereichen einsetzen will. Die Stadtverwaltung bereitet zurzeit ein Lückenkataster vor, das aufzeigen soll, wo überhaupt zusätzliche Häuser entstehen können.

Ohne Diskussion hat der Rat auch der neuen Gebührensatzung für Jevers Kindergärten zugestimmt: Damit wird die Randbetreuung zum 1. Oktober teurer – um mindestens 20 Euro im Monat. Auch die Gebühren für Spät- und Frühdienste im Hort steigen: auf 30 Euro pro Monat bei einer Stunde Zusatzbetreuung, auf 50 Euro für zwei Stunden sowie auf 15 Euro für jede weitere Stunde. Neu ist, dass es im Hort wie auch in den Krippen künftig Rabatt für Geschwisterkinder gibt.