JEVER - Der Wochenmarkt auf dem Kirchplatz in Jever ist ein Aushängeschild der Stadt. Nach dem Ende der Kirchplatz-Sanierung wurde er erweitert und wird nun nicht mehr auf drei Kirchplatzseiten, sondern rund um den gesamten Platz aufgebaut. Die Stadt Jever verspricht sich davon eine Attraktivitätssteigerung.

Doch das neue Konzept stößt auch auf Kritik. „Die Situation ist so nicht tragbar“, urteilt Dirk Eden als einer der Anlieger. Walter Baumfalk von der gleichnamigen Töpferei an der Kirchplatz-Westseite befürchtet sogar, dass der Wochenmarkt durch das neue Konzept mittelfristig zugrunde gehen wird.

Grund für die Kritik sind große Bebauungslücken, die jetzt vor allem im Winter augenfällig werden. Am gestrigen Freitag, dem Hauptmarkttag in Jever, klafften zum Teil meterlange Lücken zwischen einzelnen Marktständen. Dienstags zerfällt der Markt in zwei Bereiche an der Nord- und an der Südseite.

„So wie das jetzt aussieht, ist das sehr unglücklich“, beurteilt auch Lutz Sluiter aus Jever die Situation, der seit 13 Jahren mit seinem Pflanzenstand auf dem Markt vertreten ist und am Freitag in einer viel zu großen Lücke an der Ostseite stand. „Eine dichte Bebauung würde besser aussehen“, so Sluiter.

Das sehen auch Baumfalk und Eden so. Sie fordern deshalb, den Wochenmarkt wieder in U-Form aufzubauen, und die Wangerstraße und die Straße an der Kirchplatz-Nordseite wieder für den Autoverkehr zu öffnen. Zudem müsse der derzeitige Markt-Schwerpunkt vor dem Rathaus entzerrt werden. Mit den dort geballt stehenden Verkaufsständen könnten dann an anderen Stellen Bebauungslücken geschlossen werden.


Während die Forderung nach einer lückenlosen Bebauung offenbar unstrittig ist, gehen die Meinungen in Sachen Verkehrsführung auseinander. „Wir begrüßen die Sperrung am Markttag“, sagt zum Beispiel Wolf-Jochen Vesper von der Buchhandlung am Kirchplatz. Bei ihm wirkten sich die Wochenmarkt-Tage positiv auf den Umsatz aus.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist die derzeit lückenhafte Bebauung vor allem saisonal bedingt. „Im Herbst und Winter kommen weniger Beschicker, zudem reduzieren einige Händler wie zum Beispiel Gärtnereien auch die Standfläche“, so Joachim Gruna vom Ordnungsamt der Stadt.

Allerdings sei es schwierig, den Markt im Herbst und Winter zu straffen. Der Markt werde nach einem ausgeklügelten System aufgebaut, das sich auch nach An- und Abfahrtszeiten der Beschicker richte. Zudem hätten gerade die großen Stammbeschicker auch Stammplätze, die sie nur ungern aufgeben würden. Dazu komme, dass gerade auf der Westseite bei Baumfalk durch die Neugestaltung der Straße und die Neuanordnung der Laternen kaum noch Platz für große Stände bleibe.

Walter Baumfalk lässt dieses Argument nicht gelten. Schließlich habe der Wochenmarkt Jahrzehnte an dieser Stelle gestanden. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ meint er.

Die Kirchplatz-Anlieger treffen sich am kommenden Dienstag im Ahlers-Haus, um über die Situation auf dem Wochenmarkt zu diskutieren und das Meinungsbild abzuklopfen. „Danach“, so Eden, „können wir möglicherweise mit konkreten Änderungswünschen an die Stadt herantreten.“