JEVER - Zwischen flachen Bungalows und Klinkerhäusern liegt das Wohnhaus der Familie Menkens in der Theodor-Eilers-Straße – und setzt dort ganz andere Akzente: Im Erdgeschoss besteht die Fassade aus grau eingefärbtem Beton und großen Fensterelementen. Der Eingang ist seitlich angeordnet und auf den ersten Blick nicht zu sehen. Das Obergeschoss ist weiß verputzt. Das äußere Erscheinungsbild ist geprägt von einer kubischen Linienführung.
Diese Linienführung setzt sich im Innern fort. Gleichzeitig beeindruckt das Haus durch ungewöhnliche Gestaltungsideen. So ist die Wohnküche als zentraler Raum für die Familie und ihre Gäste deutlich größer als das Wohnzimmer. Der zentrale Raum, der sich über zwei Stockwerke erstreckt und sich mit einer Glasfront in voller Höhe zum Garten hin öffnet, schafft eine ganz besondere Atmosphäre und ganz außergewöhnliche Lichtwirkung. Die geschwungene Galerie im oberen Teil ist ein echter Hingucker. Eine offene Treppe führt ins Obergeschoss. Dass das rund 200 Quadratmeter große Haus neben mehreren großzügigen und zum Teil überdachten Terrassen auch noch eine große Dachterrasse zu bieten hat, verstärkt den Eindruck von Großzügigkeit.
121 Objekte aufgelistet
Die Gestaltung des von der jeverschen Metaplan Planungsgesellschaft (Friedrich-Carl Meyer und Alexandre Schlieper) entworfenen Hauses begeistert nicht nur die Bewohner und viele Betrachter, sondern überzeugt auch die Experten. Am 15. „Tag der Architektur“, den die Architektenkammern Niedersachsen und Bremen am Sonntag, 27. Juni, veranstalten, wird das Haus als eines von 121 herausragenden Objekten im ganzen Nordwesten und eines von nur 16 im Oldenburger Land der Öffentlichkeit präsentiert.
Die klare Formensprache des Gebäudes spiegelt sich auch in der Einrichtung und in den im Innenraum verarbeiteten Materialien und Oberflächen wider. Schrankwände und raumhohe Türen sind wichtige Gestaltungselemente. Durch den verstärkten Einsatz von Beton-Fertigteilen wurden der Bauablauf Meyer zufolge stark rationalisiert und eine hohe Kosten- und Bauzeitersparnis erreicht. Die Anordnung der Fenster öffnet Sichtachsen in den Garten und gibt den Blick frei auf den alten Baumbestand rund um das Grundstück, das am Ende der Stichstraße liegt.
Auch die Haustechnik ist auf dem neuestens Stand. Dazu gehören eine solarunterstützte Heizung und Warmwasseraufbereitung sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Blick auf Proportionen
„Es kommt auf die richtigen Proportionen an.“ Für den Architekten des Hauses, Friedrich-Carl Meyer, trägt diese Bauweise „seine Handschrift“. Hat der in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstandene Bauhausstil durchaus auch eine Menge architektonisches Unglück in die Welt gebracht, zeigt Meyer immer wieder, dass dieser Stil – richtig angewandt – eine ganz außergewöhnliche Faszination entfalten kann.
Schon im vergangenen Jahr war Meyer mit dem neuen Geschäftsgebäude der Firma Certus im Gewerbegebiet Jever beim Tag der Architektur vertreten. Auch ein markantes Wohnhaus an der Straße Hopfenzaun schaffte es in die Bestenliste (dieNWZ
berichtete).der Familie Menkens kann am Sonntag, 27. Juni, besichtigt werden. Die Führungen beginnen um 11, 13 und 15 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Grundstück an der Theodor-Eilers-Straße 20. Die Architekten sind anwesend und beantworten sämtliche Fragen zur Planung und Realisierung.
ist nach Angaben der Architektenkammern ein „Indikator für Entwicklungen, die das Planen und Bauen aktuell und in den nächsten Jahren bestimmen werden“.
