Jever - Sie sehen die Gefahr einer Überschuldung schon in der jungen Generation, die sich stets „das neueste Handy kaufen muss“. „Und selbst bei meinen Eltern ist es doch auch keine große Sache, sich das nagelneue Automodell zu kaufen“, sagt Markus Neumann, Direktor Privatkundengeschäft bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).
So entstehe ein verzerrter Blick auf Konsum, der alle Bildungsschichten und Berufsgruppen betreffe. „Es sind aber durch die Corona-Krise mehr Kleinunternehmer aus dem Mittelstand betroffen, die gemerkt haben, mit Kurzarbeit passt es so nicht“, sagte Georgia Gries von der Schuldnerberatung Friesland.
8400 Euro überreicht
Sie nahm für die soziale Schuldnerberatung der Diakonie jetzt eine Spende über 8400 Euro entgegen. Das Geld stammt aus Mitteln der Lotterie „Sparen+Gewinnen“.
Während des Lockdowns habe die Schuldenberaterin vermehrt Anrufe von Hilfesuchenden bekommen. Sobald es wieder ging, habe sie auch den ihr so wichtigen direkten Kontakt zur Person aufgenommen und Gespräche auf Abstand geführt. „Wir merken, dass wir doppelt so viele Anfragen haben und Wartelisten führen müssen. Aber es gab auch was Gutes: Der Lockdown machte es leichter für uns zusammen mit den Banken und Inkassounternehmen Lösungen zu finden“, so Gries.
Wenige Klicks reichen
Online-Geschäfte und bargeldloses Zahlen haben in der Corona-Krise zugenommen – auch sie bergen Gefahren. Und Süchte nehmen zu, so die Schuldenberaterin. „Viele Verträge werden ohne Beratung online abgeschlossen. So besteht die Gefahr sich finanziell zu übernehmen. Und auch die bargeldlose Zahlung und die Bequemlichkeit einer Ratenzahlung sind Schuldenfallen und gerade für Menschen gefährlich, die schnell den Überblick über ihre Finanzen verlieren“, sagte Gries. Die Zahl der Transaktionen mit der Geldkarte hätte sich laut der LzO „mehr als verdoppelt.
