JEVER - JEVER - „Ein Wald wie dieser ist mehr als viele Bäume – er ist eine Kulturlandschaft allerersten Ranges.“ Was die Besonderheit von Upjever ausmacht, „wo Häuptlinge einst und Herzog jagten“, erläuterte Förster Carsten-Friedrich Streufert jetzt im Graf-Anton-Günther-Saal im Rahmen der Vortragsreihe des Heimatkundlichen Arbeitskreises des Altertum- und Heimatvereins.

Anhand von Karten, Zeichnungen und Fotos zeichnete Streufert auf unterhaltsame und kenntnisreiche Weise die 500-jährige Geschichte des „Upjeversk Busch“ nach, der vor dem Bau des Flughafens das größte zusammenhängende Waldgebiet im Norden war.

Zu verdanken ist diese grüne Lunge Fräulein Maria. Aus mittelalterlichen Waldresten rund um das Kloster Oestringfelde formte sie einen Wald und investierte so in die Zukunft. Auch ihre Nachfolger, vor allem Graf Anton-Günther, arbeiteten in diesem Sinne weiter. Als passionierter Jäger ließ er die erste Försterei erbauen und Heidschnucken züchten. Als das Haus verfiel, errichtete Friederike Auguste Sophie ein neues, das 1914 abgerissen und durch die heutige Gaststätte ersetzt wurde.

Vor allem aber förderte und prägte Nikolaus Friedrich Peter den Upjeverschen Forst und gründete zudem den Neuenburger Urwald. 1878 entstand aus einem alten Gulfhof die heutige Försterei mit der noch aus dem Mittelalter stammenden Graft. Als Freund exotischer Pflanzen gestaltete er den Park mit Blutbuchen, Tujen und Tulpenbäumen aus Amerika, mit Ahorn aus China und Rhododendren aus dem Himalaja.

„Es sind zweieinhalb Hektar voller Überraschungen“, schwärmte der Referent und zeigte auf Dias die Schönheit des Parks im Wandel der Jahreszeiten. Faszinierend anzusehen waren dabei auch die verschiedenen Pilzarten, die, wie das Todholz, wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Kreislaufs sind.


Als großen Verlust stufte der Kenner dieses Waldes das Verschwinden der „alten Meere“ ein. Zeugnis von den durch die Mönche des Klosters Oestringfelde angelegten Fischteichen legen heute nur noch hölzerne Schilder ab, die an das „Neue Meer“, „Engelsmeer“ und „Große alte Meer“ erinnern.

Am Ende seines Vortrages widmete sich Streufert dem Waldgebiet am Hooksmeer, das neben Schweinebrück zum friesischen Forstrevier gehört. „Was man kennt, liebt man, was man liebt, schützt man“, lautete sein Fazit, das verbunden war mit dem Wunsch, dass „hier in Upjever auch auf Dauer eine Försterei bestehen bleibt“.