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Wirtschaft Wo Kinder durchs Büro toben

JEVER - Bei Elektro Dirks in Sande gehört es zur Normalität, dass Kinder durchs Büro des Handwerksbetriebs toben. Wenn die Kinderbetreuung bei einem Mitarbeiter unerwartet ausfällt, dann springen der kaufmännische Leiter Thomas Jäger und seine Kollegin Martina Walzner ein und kümmern sich um die Kleinen, während Papa bei Kunden Elektroanlagen installiert oder repariert. Jäger ist selbst Vater von vierjährigen Zwillingen und kennt deshalb sowohl die Bedürfnisse der Kinder als auch die Probleme bei der Organisation der Kinderbetreuung.

Für den Inhaber der Firma, Heinz-Hermann Oetjen, ist Familienfreundlichkeit eine Selbstverständlichkeit, neben der flexiblen Kinderbetreuung bietet er seinen Mitarbeitern z. B. auch Telearbeit an.

Am Donnerstag wurde Elektro Dirks vom Landkreis, von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und dem Lokalen Bündnis für Familie als „Familienfreundliches Unternehmen 2010“ ausgezeichnet (die

NWZ

  berichtete). Die Ehrentafel wird künftig gut sichtbar in dem Büro hängen, das in Notfällen auch Mitarbeiterkindern offensteht.

Der zweite der drei Preisträger ist das Hotel „Friesland Stern“ in Horum. Hier gehört Familienfreundlichkeit zum Geschäftsmodell, erklärt Chefin Ute Eden. In der Regel seien 50 Prozent der Gäste Kinder. Für sie gibt es z. B. ein eigenes Büfett, damit die Eltern im Urlaub ihr Essen auch einmal in Ruhe genießen können.

Doch Familienfreundlichkeit hat auch bei der Personalpolitik des Familienbetriebs einen hohen Stellenwert. „Wir arbeiten viel mit Kindern und beschäftigen deshalb auch gerne Mitarbeiter, die selbst Kinder haben“, so Ute Eden.

Um diesen Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, gibt es im „Friesland Stern“ flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit der Heimarbeit. Zudem können auch hier die Kinder im Notfall einfach mitgebracht werden. Sie kommen dann in den Genuss des Freizeitprogramms, das auch den Gästekindern geboten wird.


Dritte im Bunde der Geehrten ist die private Kinderkrippe „Sonnenkäfer“ in Jever, Betreiberin Anika Gräßner-Weber hat die Auszeichnung ihren Mitarbeitern zu verdanken, die der Jury in Briefen geschildert haben, warum das „Sonnenkäfer“-Haus die Auszeichnung verdient hat.

Dass eine Kinderkrippe Familien im Blick hat, ist zwar selbstverständlich. „Wenn ich nach außen familienfreundlich bin, heißt das aber noch lange nicht, dass ich es auch nach innen bin“, betont Gräßner-Weber, die sich vor gut fünf Jahren selbstständig gemacht hat und schon damals nicht nur ein flexibles Kinderbetreuungsangebot für Kunden, sondern auch die Schaffung familiengerechter Jobs im Blick hatte.

Dieses Konzept ist nun belohnt worden. Die Auszeichnung sei für sie und das 19-köpfige Team eine Bestätigung und helfe, die Arbeit ihrer Einrichtung öffentlich zu machen. „In öffentlichen Diskussionen über die Kinderbetreuung werden wir als private Betreiber von Kindergärten nämlich oft nicht wahrgenommen“, so Gräßner-Weber.

Die Ehrentafel soll nun feierlich im „Sonnenkäfer“-Haus aufgehängt werden. Zu dem geplanten Fest sind natürlich nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige eingeladen.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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