JEVERLAND - Mit einer Schweigeminute soll am Donnerstag, 23. Februar, der Opfer rechtsextremer Gewalt gedacht werden.
Zwar hat sich ein entsprechender Aufruf der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bis Anfang der Woche im Jeverland noch nicht wirklich weit herum gesprochen. Bei einer Umfrage derNWZ
unter den größeren Arbeitgebern signalisierten aber viele spontan Bereitschaft, die Aktion zu unterstützen.Dazu gehört auch die Kreisverwaltung. Auf einer ohnehin an diesem Mittwoch stattfindenden Personalversammlung sollen die 445 Mitarbeiter über die Aktion informiert werden, berichtete Kreis-Sprecher Sönke Klug.
Auch Ute Kopperschmidt, Sprecherin des Nordwest-Krankenhauses in Sanderbusch, lobte die Idee. Nun soll geprüft werden, ob sie umgesetzt werden kann. Sicher sei, dass die Behandlung von Patienten nicht beeinträchtigt werden dürfe. „Eine Schweigeminute im Operationssaal kann es sicherlich nicht geben“, so Kopperschmidt.
In Roffhausen wird sich die Bertelsmann-Tochter Arvato an der Aktion beteiligen. „Wir werden allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort, wo es der Arbeitsablauf erlaubt, die Möglichkeit geben, für eine Schweigeminute mit der Arbeit innezuhalten“, sagte Arvato-Sprecher Gernot Wolf. Zudem soll auch auf der Baustelle für den Neubau die Arbeit für eine Minute ruhen.
Das Nachbarunternehmen Sykes überlegt, wie es sich an der Aktion beteiligen kann. Eine Schweigeminute sei in einem Call-Center nur schwer umzusetzen, sagte Marketing-Leiter Björn Adam. Das Unternehmen prüfe allerdings Alternativen – zum Beispiel in Form einer Aktion in sozialen Internet-Netzwerken.
Der Allgemeine Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland wird seine Mitglieder in seinem Infodienst, der an diesem Mittwoch an 430 E-Mail-Adressen verschickt wird, über die Aktion informieren.
Grund für den Aufruf sind die von rechtsextremistischen Gewalttätern verübten Morde, Raubüberfälle und Anschläge in Deutschland (dieNWZ
berichtete). Mit der Schweigeminute am Donnerstag, 23. Februar, um 12 Uhr sollen die betriebe ein Zeichen setzen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.„In den Unternehmen in Deutschland ist zwischen den Beschäftigten ethnische und kulturelle Vielfalt gelebte Realität. Wir stehen daher gemeinsam in der Pflicht, rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegen zu treten“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf von BDA und DGB.
