JEVERLAND - „Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass es einen Trend gibt, zwischen den Jahren und in der ersten Januarwoche an die Nordsee zu fahren. Das ist dann auch wetterunabhängig. Die Menschen suchen hier die Ruhe in der Natur und erholen sich von der Großstadt“, sagt Oliver Melchert, Geschäftsführer der Nordsee GmbH. „Diese Zeit ist also zu unserer Hauptsaison geworden“, so Melchert. Es habe eine Anreisewelle nach Weihnachten gegeben, auch viele Spontanurlauber nutzen die Nordsee als Ziel.

Auf der Insel Wangerooge war von diesem Trend in diesem Winter nicht so viel zu spüren: „Es war zwar kurz und heftig, aber leider nicht so gut wie im vergangenen Jahr, da viele Langzeiturlauber nicht gekommen sind – wohl weil die Feiertage ungünstig lagen“, berichtet Josef Mende, Vorsitzender des Verkehrsvereins Wangerooge.

In der Zeit zwischen den Jahren seien vor allem Kurzurlauber auf der Insel gewesen, die zwei oder drei Nächte blieben. „Wir wünschen uns, dass es im nächsten Jahr wieder besser wird“, so Mende. Die Disco in der Tennishalle sei allerdings gut angenommen worden. „Gut, dass wir das gemacht haben“, sagt er.

Das Hotel „Altes Zollhaus“ in Horumersiel hingegen war zwischen den Feiertagen voll ausgebucht: „Wir haben viel zu tun, es waren viele Stammgäste da, die schon seit Jahren kommen“, so Inhaber Arno Meents. „Die Gäste sind nach Weihnachten angereist und vor Silvester wieder abgereist“, sagt er.

Das Jahr klingt für die meisten Hoteliers und Ferienwohnungsbesitzer gut aus. Viele Urlauber wollten offenbar zu Weihnachten und Silvester noch ein paar erholsame Tage an der Küste von Horumersiel-Schillig und Hooksiel verbringen.


„Die Reservierungszahlen waren gerade in Hinblick auf die Hotels sehr gut, zum Teil waren sie sogar ausgebucht“, berichtet auch Friedo Gerdes Marketingleiter bei der Wangerland Touristik. Aber auch die Ferienwohnungen und Ferienhäuser seien trotz der ungünstigen Feiertagslage in diesem Jahr gerade über Silvester gut gebucht gewesen. „Traditionell waren zwischen den Feiertagen auch viele Zweitwohnungsbesitzer im Wangerland zu Gast, um nach dem Fest friesische Luft zu atmen“, sagt er.

Die Buchungslage spiegele sich auch in den im Vergleich zum Vorjahr konstanten Kurbeitragszahlen über Weihnachten und Silvester wider. „Dazu beigetragen haben mögen auch die recht milden Temperaturen, die eine unkomplizierte Anreise ermöglichten“, so Gerdes.

„In Jever haben wir nach Weihnachten viele kurzfristige Anfragen bekommen“, sagt Jochen Gemeinhardt, Geschäftsführer der Jever Marketing und Tourismus GmbH. Interessiert haben sich die Gäste vor allem für Stadt- , Brauhaus- und Schlossführungen. „Wir sind also trotz des schlechten Wetters gut über die Tage gekommen“, meint er.

Im vergangenen Jahr seien etwas weniger Kurzurlauber angereist. „Das lag sicherlich am vielen Schnee, da haben viele Kurzentschlossene das Auto lieber stehen lassen“, so Gemeinhardt.