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Jobcenter Fluktuation auf Arbeitsmarkt ist zu hoch

Sebastian Schult
DELMENHORST - Die Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt ist auch in Delmenhorst zu hoch. Das bestätigte Siegfried Dreckmann, Geschäftsführer des hiesigen Jobcenter, am Mittwoch auf

NWZ

 -Nachfrage. 7940 Menschen hätten sich im vergangenen Jahr in Delmenhorst arbeitslos gemeldet, gleichzeitig 8020 abgemeldet. Sehr hohe Zahlen, wie der Geschäftsführer betonte.

Die kontinuierliche Fluktuation sei einerseits zwar ein gutes Zeichen, weil sie auf einen dynamischen Arbeitsmarkt schließen lasse. „Andererseits stellt sich jedoch die Frage: Warum bleiben die Menschen nicht an ihren Arbeitsplätzen?“, konstatierte Dreckmann – und sprach von einem „Mangel an Nachhaltigkeit“.

Die Folge dieses Mangels: Immer mehr Menschen landen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld I direkt in Hartz IV (ALG II) – weil sie in zwei Jahren keine vollen zwölf Monate in ihre Arbeitslosenversicherung einzahlen. Eine Studie des Arbeitsministeriums hatte zuletzt ergeben, dass diese Situation auf 25 Prozent aller Arbeitslosen zutrifft.

„Die Löhne sind häufig nicht hoch genug, um die Leute zu motivieren, langfristig bei ihrer Arbeit zu bleiben“, erklärte Dreckmann.

Weil das ALG I 60 Prozent des Nettogehalts beträgt, bedeuten niedrige Löhne zudem oft, dass die Betroffenen von der Höhe ihres ALG I nicht leben könnten – also mit ALG II aufstocken müssten.

Die hohe Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt erklärt sich Dreckmann auch mit dem Profil der Arbeitnehmer: Einigen von ihnen fehle das Durchsetzungsvermögen, um sich auf dem Markt zu behaupten, so seine Einschätzung. Zugleich kritisierte der Geschäftsführer Unternehmen, die nicht mittel- oder langfristig denken: „Wenn Unternehmen eine hohe Personalfluktuation haben, weil sie kurzfristig einen hohen Umsatz erzielen wollen, ist das ein Nachteil.“


Bundesweit sind vor allem Geringqualifizierte nach dem Schritt in die Arbeitslosigkeit gefährdet, sofort Leistungen der staatlichen Grundsicherung in Anspruch nehmen zu müssen. 2011 war laut Bundesagentur für Arbeit jeder Zweite davon betroffen. Unter den qualifizierten Arbeitslosen traf es dagegen nur jeden Fünften.

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