• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Möbelriese Steinhoff hat jahrelang Bilanzen gefälscht

16.03.2019

Johannesburg /Westerstede Eine Gruppe Topmanager hat beim deutsch-südafrikanischen Handelskonzern Steinhoff über Jahre hinweg systematisch Transaktionen generiert, um im großen Stil die Bilanzen zu fälschen. Das ging am Freitag aus einem seit langem erwarteten Bericht der Buchprüfer von PwC hervor. Die von Firmengründer und Namensgeber Bruno Steinhoff aus dem niedersächsischen Westerstede aufgebaute Gruppe galt lange als Europas zweitgrößter Möbelkonzern.

Lesen Sie auch: Steinhoff-Krise schlägt auf Westersteder Stadtfinanzen durch

Die fragwürdigen Buchungen von 2009 bis 2017 haben demnach ein Volumen von rund 6,5 Milliarden Euro. Der Bericht erlaubt es dem in Frankfurt und Johannesburg gelisteten Möbelhändler, nach mehrfachem Aufschub seine testierten Bilanzen für 2017 und 2018 vorzulegen.

Angeführt von einem Topmanager habe die Gruppe „jahrelang Transaktionen strukturiert und durchgeführt, die im Ergebnis die Profitabilität und den Wert von Aktiva über einen langen Zeitraum deutlich übertrieben haben“, hieß es in dem PwC-Bericht. Die Manager hätten mit einigen Kollegen und firmenfremden Personen zusammengearbeitet, um die fragwürdigen Transaktionen zu arrangieren.

Lesen Sie auch:
> Kündigungen bei Steinhoff in Westerstede
> Steinhoff bekommt neuen Chef
> Bauern siegen gegen Steinhoff-Familienholding
> Steinhoff braucht mehr Zeit

Diese seien komplex gewesen, hätten viele Organisationen überspannt und seien auch durch Dokumente und juristische Akte belegt worden. Die Belege „wurden in vielen Fällen erst hinterher erschaffen und rückdatiert“, hieß es weiter. Der Bericht nennt keine Verantwortlichen namentlich.

Der frühere Firmenchef Markus Jooste habe nicht eingewilligt, mit PwC zu sprechen, heißt es in dem Bericht. Gegen Jooste ermittelt bereits die Justiz. Der Bilanzskandal hatte die Gruppe schwer erschüttert. Seit der Ankündigung der Bilanzunregelmäßigkeiten Ende 2017 wurde der Börsenwert des Unternehmens mit Wurzeln im niedersächsischen Westerstede fast vollständig vernichtet. In Deutschland war Steinhoff für die Möbelkette Poco bekannt, die mittlerweile an den österreichische Möbelhändler XXXLutz verkauft worden ist.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.