Bonn - Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, soll monatelang zu Unrecht ein Geschäftsführer-Gehalt bezogen haben. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den 59-Jährigen wegen Untreue angeklagt. Konken soll für den Job als Vorstandsvorsitzender monatlich brutto 3100 Euro bezogen haben, obwohl der Posten laut DJV-Satzung ehrenamtlich ausgeübt werden soll.
Der DJV weist den Vorwurf zurück und spricht sogar von einem Machtmissbrauch der Staatsanwaltschaft. Es handele sich nicht um ein Gehalt, sondern um eine Aufwandsentschädigung, sagte Sprecher Hendrik Zörner in Berlin. Das sei in allen Satzungen verankert.
Ein erstes Untreue-Verfahren gegen den Journalisten war im Sommer 2010 von der Bonner Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Konken, so ein Behördensprecher, habe im Glauben gehandelt, das Gehalt stehe ihm rechtmäßig zu – als Kompensation für Arbeitszeit. Anschließend jedoch bezog der DJV-Chef weiter 3100 Euro monatlich.
Angezeigt wurde Konken bereits vor Jahren von Mitarbeitern des DJV. Das Amtsgericht Bonn muss nun über die Einleitung eines Hauptverfahrens entscheiden.
