Der Initiativkreis
für ganzheitliche Therapie wahrnehmungsgestörter Kinder in Ganderkesee hat folgende Mitglieder:Inge Breithaupt(Kindergartenleiterin),
Ute Brock(Förderschullehrerin)
,Eltje Fricke
(Legathenietrainerin),Astrid Fuchs
(Beratungslehrerin),Kirsten Göddertz
(Kinderärztin),Monika Grashorn-Hoppe
(Sozial- und Sonderpädagogin),Regina Loga
(Kindergartenleiterin),Ernst Lucht
(Grundschulleiter),Henry Meissner
(Ergotherapeut),Daniela Saupe
(Ergotherapeutin),Christiane Senner
(Physiotherapeutin),Dr. Matthias Senner
(Kinderarzt),Christina Schweigert
(Psychotherapeutin),Dr. Barbara Thomé
(Praktische Ärztin),Marie-Anna Tittmann
(Medizin. Sprachheilpädagogin) undThomas Zimmermann
(Logopäde).Im Internetgibt es ab sofort Informationen unter
www.initiativkreis-ganderkesee.deFür den 9. Mai ist ein Festvortrag geplant. Auch eine Internetseite ist jetzt online.
Von Markus Minten
GANDERKESEE - Was am 21. März 1996 in kleiner Runde begann, hat sich mittlerweile zu einem „echten Kompetenzzentrum“ entwickelt. Waren es vor zehn Jahren noch vier Gründungsmitglieder, zählt der „Initiativkreis für ganzheitliche Therapie wahrnehmungsgestörter Kinder in Ganderkesee“ heute 16 Mitglieder – Ärzte und Pädagogen, Erzieherinnen und Therapeuten. Das Ziel der Gruppe ist über die Jahre stets das selbe geblieben: eine Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Kindern durch eine bessere Vernetzung bestehender Einrichtungen.Neben diesem Ziel steht die Fortbildung (Barbara Thomé: „Davon kann man gar nicht genug haben“) der Mitglieder und weiterer Interessierter im Vordergrund. Das sei für Therapeuten und Betroffene gleichermaßen wichtig, „um zum Schluss mehr gemeinsame Sprache zu haben“, betonte die Kinderärztin anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Kreises. Thomé gehört neben Astrid Fuchs und Marie-Anna Tittmann sowie der zwischenzeitlich verzogenen Doris Lindenberg zu den Gründungsmitgliedern.
Anlass für den Zusammenschluss 1996 sei die Erkenntnis gewesen, blickt Fuchs zurück, dass die Zahl der „Kinder, bei denen die Entwicklung nicht so rund läuft“, zugenommen habe. Vermehrt hätten Kinder schon im Vorschulalter Störungen im Bereich der Wahrnehmung, der Wahrnehmungsverarbeitung und der Aufmerksamkeit gezeigt. Solche Störungen seien früher in verschiedenen Institutionen erkannt und singulär diagnostiziert worden, erklärt Fuchs weiter. „Es war nicht üblich, dass man sich in Bildungseinrichtungen Gedanken über den Gesundheitszustand eines Kindes macht.“ Und genau hier setzt der Initiativkreis an: Statt der „rein zufälligen Berührung von Diagnose- und Therapiewegen“ sollte ein ganzheitlicher Ansatz her – und damit eine enge Koordination.
Nach der Startphase mit „regelmäßigen Treffen, Kennenlernen und Feststellen eigener Ressourcen“ habe man 1998 mit öffentlichen Vorträgen begonnen, erinnert sich Dr. Matthias Senner. Bis zu 400 Besucher seien zu Vorträgen des Münchner Verhaltenstherapeuten Fritz Jansen gekommen. „Die schwierigen Kinder haben uns vorangebracht“, so der Mediziner.
Seitdem arbeiten die Experten je nach Bedarf zusammen oder verweisen Eltern mit ihren Kindern an Kollegen – immer das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorausgesetzt. Eine solche Zusammenarbeit sei auch für die Eltern bereichernd, betont Senner, weil ihnen verschiedene Sichtweisen aufgezeigt würden.
Doch der Initiativkreis blickt nicht nur auf zehn Jahre zurück. Für einen öffentlichen Festvortrag in Zusammenarbeit mit der regioVHS konnte Dr. Beate Letschert gewonnen werden. Die Autorin und Erziehungswissenschaftlerin spricht am 9. Mai, 20 Uhr, im Ratssaal „Vom Sinn der Störung“. Des Weiteren sind im Jubiläumsjahr weitere Fortbildungen und Workshops geplant.
