Fünf Generationen für eine Firma
August Schulz:
Am 9. Mai 1857, einem Sonnabend, startet der 20-Jährige in der Schüttingstraße 14. Drei Jahre später wechselt er in das Haus Achternstraße 30/31 – bis heute Sitz des Betriebs.Emil Schulz:
Im Jahr 1877 übernimmt der Sohn des Gründers die Firma; am 21. Februar 1900 wird er zum Hofoptiker ernannt.Otto Emil August Schulz:
Ab 1935 leitet er die Geschicke des Hauses, vergrößert es 1954.Helmut Schulz:
Ab 1965 führt der Urenkel des Gründers die Firma. Er eröffnet 1966 die Hörgeräte- und Kontaktlinsen-Abteilungen.Beate und Axel-Otto Schulz:
Die Geschwister sind seit 1995 dabei; am 30. Juni 2007 übernehmen sie die Geschäfte von ihrem Vater, der am 23. Mai 75 Jahre alt wirdDer Stammsitz der Firma ist an der Achternstraße. Heute beschäftigt der Betrieb 40 Mitarbeiter.
Von Klaus Fricke
OLDENBURG - Nein, gezwungen worden sind Beate und Axel-Otto Schulz nie. „Das kam eigentlich ganz von selbst“, lachen die beiden Juniorchefs des Oldenburger Traditionsunternehmens Optiker Schulz. Dass sie genau den gleichen Beruf ausüben wie ihr Vater, Großvater, Urgroßvater und Ururgroßvater – „das liegt am Augenoptiker-Gen“, schätzen sie. Dieses Gen ist ein hartnäckiges innerhalb der Familie: Morgen, am 9. Mai, feiert das Unternehmen sein 150-jähriges Bestehen, und immer trug ein Schulz die Verantwortung für die Firma.Welche Überlegungen den jungen Gründer August Schulz dazu trieben, sich ausgerechnet um das gute Sehen der Oldenburger zu kümmern, liegt längst im Dunkel der Vergangenheit. Dennoch scheint die Idee, optische, mathematische und physikalische Instrumente, darunter auch Sehhilfen, zu verkaufen, gut gewesen zu sein. Schon drei Jahre nach dem Start zog „Mechanicus“ Schulz in ein größeres Haus um – die Achternstraße 30/31 ist bis heute Stammsitz des Unternehmens geblieben.
August Schulz’ Nachfolger Emil führte das Geschäft fast 60 Jahre lang und zu neuen Höhen – die Sozialgesetzgebung sah ab 1. Dezember 1884 erstmals eine Kassenbrille vor. Ab sofort war gutes Sehen nicht mehr nur dem Adel, dem Klerus und dem Großbürgertum vergönnt. Der Kundenkreis stieg gewaltig.
Folge: Bei Schulz dachte man an Erweiterungen, an Umbauten. 1899 war es so weit, die beiden Einzelhäuser an der Ecke Achternstraße/Ritterstraße mussten einem für damalige Zeiten modernen Geschäftsgebäude weichen. Inhaber Emil Schulz erhielt derweil höhere Weihen, Großherzog Friedrich August ernannte ihn im Jahr 1900 zum Großherzoglichen Hofoptiker und Mechaniker.
Modernisierungen nahmen auch die folgenden Schulz-Generationen immer wieder vor, 1954, 1989 und 2001 z.B. standen aufwendige Umbauten an. Heutzutage läuft das Geschäft mit Werkstatt auf über 300 Quadratmetern Fläche im Eckhaus ab, außerdem gibt es Filialen in der Region. Und mit der Ausdehnung wuchs auch das Personal: Heute hat Optiker Schulz 22 Mitarbeiter im Bereich Augenoptik und 18 im Bereich Hörakustik. Morgen, das steht fest, feiern alle das Jubiläum mit.
