JüHRDENERFELD - Die Forstbetriebsgemeinschaft Waldbauverein Ammerland hatte in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Oldenburg jetzt zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Holzhackschnitzel“ eingeladen. Zum Hintergrund des Aktionstages auf dem Klosterhof zu Jührden in Jührdenerfeld erklärte Johann Dirks, stellvertretender Leiter des Forstamtes Oldenburg: „Wir beobachten einen Rückgang der Holzpreise. Der rasante Verfall resultiert in der Hauptsache aus der faktisch nicht mehr vorhandenen Inlandsnachfrage für Bauholz und andere Holzprodukte wie Span- und Dämmplatten im Innenausbau. Grund dafür ist die schlechte Lage auf dem Baumarkt.“

Konnte bislang die Lage durch rege Auslandsnachfrage kompensiert werden, so habe nun die Immobilienpleite in den USA samt Bankenkrise weltweit zu einem dramatischen Rückgang vor allem der Spanplatten-Produktion geführt. Dirks: „Dafür wird vor allem Nadelholz oder Weichholz von Pappeln oder Erlen genutzt. Es ist von minderer Qualität, es fällt aber bei jeder Pflegemaßnahme im Wald an und muss also permanent verwertet werden.“

Dafür werde nun nach Alternativen gesucht: „Wir hoffen, in der Erzeugung von Hackschnitzeln eine neue Absatzform gefunden zu haben“, erklärte Dirks. Die Vorteile: „Hackschnitzel sind heimischer Brennstoff (Geld bleibt in der Region), krisensicher (keine Preistreiberei), Co2-neutral (Holz produziert beim Verbrennen nicht mehr Co2 als bei der Verrottung) und sie bedeuten nachwachsende Energie aus heimischen Wäldern.“

Die Forstbetriebsgemeinschaft sieht Dirks zufolge insbesondere in älteren großen Bauernhäusern der Waldbesitzer in der Region ein hohes Potential für den Einbau einer Hackschnitzelanlage: „Die technische Entwicklung ist jetzt ausgereifter, die Beschickung der Anlage einfacher geworden, die Handhabung der Heizung kinderleicht.“

Dem Kauf der Anlage müsse ein persönliches Rechenexempel vorangehen, die Anschaffungskosten seien in der Regel dreimal so hoch wie bei herkömmlichen Heizungsanlagen. Dagegen sei langfristig wieder mit steigenden Kosten für fossile Energien zu rechnen.


Eine weitere Absatzalternative sei die Erzeugung von Hackschnitzeln für den Handel. Die bisherigen Möglichkeiten im lokalen und regionalen Bereich seien aber beschränkt, fügte Dirks hinzu: „Entgegen allen politischen Beteuerungen zur Nutzung alternativer Energiequellen im heimischen Bereich wurde bislang eher in Windkraft als in Holz investiert.“

Die großen Ziele der Energiepolitik, weniger Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas, dafür die Stärkung der Eigenversorgung durch nachwachsende Rohstoffe, könnten mit der thermischen Nutzung von Holzhackschnitzeln im kleinen verwirklicht werden.