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WanderschÄfer 1200 Schafe blöken in Jührdenerfeld

Kai Hippen

JüHRDENERFELD - Die Nachbarn der Familie Roshop kamen eiligst aus ihren Häusern, sie trafen sich mit Kaffee und Getränken mitten auf der Straße. Großes stand am Dienstagnachmittag bevor, ein Treck zog ihnen entgegen. Stefan Rose und Thilo Fleischer wurden erwartet, mit ihnen fünf Hunde – und 1200 Schwarzkopfschafe. Helga und Heinrich Roshop hatten ihnen telefonisch Quartier gewährt, für eine Nacht.

Es war nicht das erstemal, und so blieben die Roshops dann auch ganz ruhig. Für die Kinder allerdings war es eine spannende Sache, für Kai-Hendrik Roshop zum Beispiel, denn der hat selbst ein Schaf namens „Koko“. Er kennt sich also aus, und stolz lief er dem Schäfer entgegen, um mit ihm gemeinsam die Herde durch sein Dorf zu führen.

Ganz gelassen

Langsam zog Stefan Rose vor seinen Schafen die Straße an der alten Schule vorbei, ganz gelassen wanderte er in den Feldweg hinein, ebenso gelassen die 1200 Schwarzköpfe, als wären sie hier im Moor von Jührdenerfeld zu Hause.

Ein paar Meter weiter konnten sie aufs Feld ausschwärmen, vier Hektar hatten die Roshops ihnen offeriert. „Wenn das Gras nicht reicht, holen wir ein paar Ballen Heu“, meinte Heinrich Roshop. Warum macht er das? „Einfach aus Solidarität. Für uns eine Selbstverständlichkeit“, fügte der Landwirt hinzu.

In Norddeich waren die Wanderschäfer vor Tagen gestartet, „links und rechts vom Hafen weiden unsere Tiere sonst“, berichtete Stefan Rose. Ziel der gesamten Tour ist Grethem bei Walsrode. Dann gibt es eine Trächtigkeitskontrolle, die hochtragenden Muttertiere kommen gleich in den Stall, die niederträchtigen später, um ihre Lämmer zu gebären. Der Rest bleibt auf die Weide. „Wir hoffen, dass es nicht zu viele sind“, meinte Stefan Rose. Das hat ein bisschen etwas von einem Lotteriespiel.


Im Frühling geht es zurück auf die Deiche von Ostfriesland, dann allerdings per Lastwagen. Rose: „Für eine Wanderung sind die Lämmer noch zu klein, und wir finden auch nicht genug Futter.“ Sein Kumpel Thilo Fleischer ist ein alter Hase unter den Wanderschäfern, seit 1984 ist er dabei; Stefan Rose selbst seit vier Jahren.

Autofahrer rücksichtsvoll

Auf ihrem Zug durch die Gemeinden im Nordwesten lernen sie die Leute von ihren guten und ihren schlechten Seiten kennen: „Im Ammerland und in Friesland sind die Leute besonders nett. Sie stehen an den Straßen und bringen uns Kaffee. Auch die Autofahrer zeigen Rücksicht. Je näher wir Richtung Bremen kommen, desto unfreundlicher werden die Leute, sie schimpfen und hupen, das ist dann nicht mehr so angenehm.“

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