Hude - Um den Anstieg der Flüchtlingszahlen abfedern zu können, bittet auch das Land Niedersachsen die Kommunen seit Mitte Oktober darum, Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe vorübergehend aufzunehmen. Im Zuge dieser Amtshilfe ist der Landkreis Oldenburg auf der Suche nach weiteren Notunterkünften.
Als eine dieser Unterkünfte ist die ehemalige Zählerwerkstatt des OOWV in Hude-Pfahlhausen im Gespräch, wie kürzlich schon auf der Bürgerversammlung zum Thema „Flüchtlingsarbeit in Hude“ erklärt wurde (NWZ berichtete).
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband habe die Liegenschaft dem Landkreis Oldenburg für diesen Zweck angeboten, berichtete Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew am Mittwochabend während der Einwohnerfragestunde im Ausschuss für Gemeindeentwicklung.
Der Landkreis benötige 200 Plätze. Voraussichtlich ab März 2016 könne die Liegenschaft genutzt werden, um dort Flüchtlinge jeweils für einen Übergangszeitraum von zwei bis vier Wochen unterzubringen, so Lebedinzew. Wie lange das Gebäude insgesamt genutzt werde, sei nicht bekannt.
Einwohner Jürgen Boyn hatte die Frage aufgeworfen, warum eine Flüchtlingsunterkunft so weit weg vom Ortszentrum eingerichtet werde. Es sei doch besser, die gute Infrastruktur der ortsnah gelegenen Huder Jugendherberge zu nutzen und diese auch in den Wintermonaten stärker auszulasten, während das OOWV-Gebäude wohl erst aufwendig hergerichtet werden müsse.
Der Landkreis sei Vertragspartner. Eine Unterbringung in der Jugendherberge sei geprüft worden, sagte Lebedinzew dazu. Dort stünden aber nur 65 Plätze zur Verfügung und auch nur für einen begrenzten Zeitraum bis März 2016, da Ostern in der Jugendherberge die neue Saison beginne. Lebedinzew verwies darauf, dass der Landkreis einen hohen logistischen Aufwand betreiben müsse. Das mache nur für einen Übergangszeitraum von etwa acht Wochen keinen Sinn.
