Zetel - Im Café sitzen und sich bedienen lassen – das hat wohl jeder schon einmal gemacht. Aber was es bedeutet, ein Café zu führen, diese Erfahrung ist vor allem für die Zeteler Realschüler neu. Seit einigen Wochen betreiben sie das „Oldschool-Café“ im Zeteler Kaffeehaus. Immer donnerstags schmeißen sie den Laden komplett allein.

Die Schülerfirma nutzt zwar das Equipment und den Kundenstamm des Kaffeehauses, doch vom Einkauf über die Produktion bis zum Verkauf sind sie selbst zuständig für ihr Unternehmen.

Immer donnerstags von 11.30 bis 18 Uhr ist das Café in den Händen der Neunt- und Zehntklässler der Zeteler Realschüler. Doch die Vorbereitung auf den Tag im Café beginnt schon vorher. Schon am Tag zuvor oder am Morgen beginnen die zuständigen Mitarbeiter mit dem Einkauf der Zutaten für Kuchen und Kaffee.

Jeder der teilnehmenden Schüler gehört einer Abteilung an, darunter Produktion, Einkauf, Buchhaltung, Verkauf und Marketing. „Jeder wusste sofort, was er am liebsten machen will“, sagt Jana Fischer. Sie ist im Verkauf der Schülerfirma beschäftigt. „Manche haben bei uns ein echtes Talent zum Backen“, sagt sie über ihre Mitschüler. So kommt es, dass jeder eine Aufgabe hat, die ihm liegt – zum Backen wird keiner gezwungen, der vielleicht lieber Kalkulationen anstellt und sich um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens kümmert. Denn auch das muss gemacht werden. Alle Fäden laufen zusammen beim Geschäftsführer, Jonas Hoinke.

Das Grundkapital der Firma beträgt 125 Euro, die Schule hat noch einmal 100 Euro dazugegeben und das Zeteler Kaffeehaus hat einen Kredit von 100 Euro gewährt. „Die Firma und das Kapital ist deren Risiko“, sagt Thorsten Grube. Er unterrichtet den Profilkurs Wirtschaft und hat die Schülerfirma zusammen mit den Jugendlichen auf die Beine gestellt.


Die Dienstkleidung – Shirts mit dem Aufdruck „Oldschool-Café“ hat die gemeindeeigene Ökostrom-Gesellschaft gesponsert.

Die Schüler haben Spaß an ihren neuen Aufgaben und daran, selbst ein Unternehmen zu leiten. „Mir gefällt das richtig gut, es ist toll, neue Menschen kennen zu lernen und mit Schülern aus den anderen Jahrgängen zusammenzuarbeiten“, sagt Jana Fischer. Chantal Bohlen ergänzt: „Ja, es ist mal etwas ganz anderes. Man bekommt so auch einen Einblick, was es bedeutet, in der freien Wirtschaft zu arbeiten.“

Die Jugendlichen laden alle ein – ob Jung oder Alt – mal in ihrem Café vorbeizuschauen. „Und hier kann jeder auch kostenlos das W-Lan benutzen“, sagt Kerstin von Zabiensky vom Mehrgenerationenhaus.