Schortens - Es lärmt in der Holzwerkstatt. Alexander Fröhlich, Daniel Falk und Ramon Rudolph bearbeiten mit einer Kreissäge einen großen Leimholzbinder. Unter Anleitung von Jochen Eggers, der schon seit 17 Jahren jungen Leuten in der Jugendwerkstatt Schortens die Holzbearbeitung zeigt, bauen die Jugendlichen aus den übriggebliebenen Fenstern des früheren Jugendzentrums nun einen großen Windfang für das neue Jugend- und Familienzentrum „Pferdestall“.
Von nebenan durftet es schon nach Mittagessen. In der Lehrküche der Hauswirtschaft der Jugendwerkstatt bereiten Dennis Keil, Kevin Martens und Monja Vöge unter Anleitung von Küchenmeister Michael Toben eine „Geflügelcremesuppe Supreme“ zu. Die lassen sich die jungen Hauswirtschafter später mit den Kollegen aus der Holzwerkstatt schmecken.
Versäumtes nachholen
Seit wenigen Monaten sind die Jugendlichen aus Schortens und Sande in der Jugendwerkstatt. Hier holen sie in der Schule Versäumtes nach und werden fit gemacht, damit sie möglichst bald einen Ausbildungsplatz bekommen. „Eine Ausbildung in der Tischlerei, das könnte ich mir gut vorstellen“, sagt Daniel Falk aus Sillenstede.
Fast 25 Jahre lang hat die damalige Gemeinde und heutige Stadt Schortens die Jugendwerkstatt betrieben, hat als freiwillige Leistung die Einrichtung zuletzt jährlich mit rund 170 000 Euro bezuschusst. Schon länger wurde im Rat diskutiert, die Einrichtung zu schließen, weil kein Geld mehr da ist, oder die Jugendwerkstatt an den Landkreis zu übertragen, wo die Jugendhilfe angesiedelt ist.
Das ist nun geschehen: Seit dem 1. Januar hat die gemeinsame Volkshochschule der Landkreise Friesland und Wittmund die Trägerschaft übernommen und stellte sich am Mittwoch bei einem Rundgang als neuer Träger vor. Unter dem neuen Namen Jugendwerkstatt Friesland-Nord“ werden weiterhin 16 Plätze für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren angeboten, die vom Job-Center zugewiesen werden. Außerdem bietet die Jugendwerkstatt auch künftig vier Plätze für Schulverweigerer, die ihre Schulpflicht in der Jugendwerkstatt erfüllen können. Finanziert werden die Plätze vom Job-Center, vom Landkreis und mit Landesmitteln. Die Schüler kommen aus dem gesamten Kreis Friesland.
Beratung und Orientierung
Die jungen Leute, die meist ein halbes bis ein Jahr in der Jugendwerkstatt arbeiten, erhalten dort individuelle Betreuung sowie Qualifizierung, Beratung und berufliche Orientierung. Es geht neben technischen Fertigkeiten auch um Dinge, die selbstverständlich sein sollten: Morgens rechtzeitig aufstehen und pünktlich bei der Arbeit erscheinen, den Alltag organisieren und strukturieren.
Die Leitung der Jugendwerkstatt hat auch unter neuer Trägerschaft weiterhin Karin von Hundelshausen. Dazu kommen die langjährigen berufspädagogischen Anleiter Jochen Eggers und Michael Toben sowie Verwaltungskraft Ira Hespen.
