Landwehr - „Ich habe schon meine gefunden“, ruft Laura (7) gleich, als sie in den Kälberstall kommt. Gemeint ist Salbei, ein zwei Monate altes Kalb, mit dem sie bei der Jungzüchtertierschau auf dem Bauernmarkt in Ganderkesee am Sonntag antrat. Auch Zwillingsschwester Lea (7) ging dort mit Tubsi an den Start und entdeckt sogleich ihren Schützling. Fachmännisch zeigen sie die Boxen und präsentieren stolz die Tiere.

Eine Woche haben sich die beiden Jungzüchterinnen intensiv mit ihren Kälbchen beschäftigt und bis zu zwei Stunden für den Wettkampf trainiert. „Wir waren ein bisschen im Stall und auch draußen“, berichten sie. Dabei gingen sie schrittweise vor, wie Vater Volker Schmidt erzählt, der in Landwehr Milchviehzucht betreibt. Die Schwestern übten besonders das Laufen und Gehen, damit Kind und Kalb zusammen eine schöne Einheit bilden, fügt er hinzu. Zwischendurch sei auch ’mal „Powerstreicheln“ angesagt.

Vor dem Wettkampf wurden Salbei und Tubsi von den Mädchen besonders herausgeputzt, gewaschen, gebürstet und das Schwanzteil „rasiert“, wie Laura und Lea es nennen. Dann ging es zur Jungzüchtertierschau. Die Siebenjährigen wussten schon, was auf sie zukommt, da sie bereits im vergangenen Jahr an einem Wettkampf teilgenommen hatten.

„Ich wollte eigentlich gar nicht in den Ring, weil ich so aufgeregt war“, berichtet Laura. Doch dann klappte alles reibungslos. Die beiden führten die Tiere am Halfter vor und Preisrichterin Andrea Perk stellte Fragen nach Eltern und Geschwistern der Kälber und dem Futter. Da kannten sich Laura und Lea bestens aus: „Sie fressen Heu, Kälberkorn und Kälberflocken.“ Beim Füttern könnten die Tiere auch Vertrauen zu den Schwestern aufbauen, erklärt Schmidt. Das Milchpulver für die Tiere naschten sie dabei auch schon ’mal selbst.

Auch Vater Schmidt nahm in jungen Jahren an Tierschauen teil, allerdings erst mit zehn Jahren. „Ab zehn Jahren geht es weiter auf Landes- und Kreisebene, wo sich die Besten messen“, berichtet er. Doch dort sind die Schwestern noch nicht angekommen. Die Schülerinnen der zweiten Klasse begeistern sich nämlich nicht nur für die Tierschau. Sie gehen Schwimmen, spielen Blockflöte und springen Trampolin. „Jetzt haben wir einen Anschubs gegeben und nächstes Jahr werden wir sie wieder fragen, ob sie Lust haben, bei der Tierschau mitzumachen“, so Schmidt.