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Junge Migranten für den Lehrerberuf motivieren

Anna Zacharias

FRAGE:

Herr Winkel, das niedersächsische Kultusministerium wünscht sich mehr junge Migranten im Lehrerberuf. Warum ist das wichtig?

WINKEL

: Menschen mit Migrationshintergrund sind leider sehr unterrepräsentiert mit Blick auf die Lehrerschaft im Vergleich zur Gesamtgesellschaft. Die Erfahrung zeigt, dass Schüler mit Migrationshintergrund einer solchen Person aber oft mehr Vertrauen entgegenbringen, da sie meist mehr Verständnis für deren Sorgen mitbringt. Auch, dass kultureller Austausch selbstverständlicher wird, ist nützlich für alle Beteiligten. Eine Gefahr ist allerdings, dass diese Lehrkraft plötzlich als „Experte“ für Migrationsfragen gilt und allein Fragen solcher Art bearbeiten soll. Das funktioniert nicht.

FRAGE:

Wie kann man junge Migranten für den Lehrerberuf begeistern?

WINKEL

: Im Projekt „Mehr Migranten werden Lehrer“ haben wir im vergangenen Jahr unterstützt durch die Zeit-Stiftung junge Schüler gefördert, die sich für den Lehrerberuf interessieren. Wir haben sie darüber informiert, welche Anforderungen zunächst an der Uni und später im Beruf auf sie zukommen. Ein Diplom Psychologe hat Schüler vor für den Lehrerberuf typische, stressbehaftete Situationen gestellt, ein Hochschullehrer hat auf das Anspruchsprofil des Lehrerberufs aufmerksam gemacht.

FRAGE:

Welche Resonanz hatten Sie bei dem Projekt? 

WINKEL

: 95 Prozent der Schüler, die den Einblick in den Lehrerberuf von uns bekommen haben, waren sich hinterher sicherer, das der Lehrerberuf eine Perspektive für sie darstellt. In abschließenden Befragungen haben die Teilnehmer als Rückmeldung gegeben, dass sie sich sehr gut beraten und motivierter für diesen Beruf fühlen.

FRAGE:

Natürlich kann man nicht alle Schüler derart aufwendig auf den Beruf vorbreiten. . .

WINKEL

: Das ist eine luxuriöse Möglichkeit, denn die Organisation ist ein enormer Aufwand. Niedersachsen veranstaltet die Aktion in diesem Jahr in Hildesheim. Toll wäre es, wenn man allen potenziellen Lehramtsstudenten diesen Einblick ermöglichen könnte.

Dr. Jens Winkel

ist seit 2006 Geschäftsführer des Didaktischen Zentrums der Uni Oldenburg. Der promovierte Erziehungswissenschaftler ist zuständig für die Pädagogische Woche und Geschäftsführer der Arbeitsstelle Schulreform.
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