Berne - Die „Meisterin“ der bisherigen Rennen, Rieke Freudenstein, raste auch beim 18. Berner Seifenkistenrennen wieder allen anderen davon. In diesem Jahr hatte die Achtjährige ihren kleinen roten Flitzer gegen ein rasantes, schwarzes Gefährt mit drei Speichenrädern im Trike-Stil getauscht, das auch von ihrem rennbegeisterten Opa genutzt wird. Mit Hilfe einer Sitzerhöhung wurde die „Familienseifenkiste“ passend von Opa und Vater auf ihre Größe verkleinert. In der Klasse mit den großen Rädern war sie dieses Mal jedoch die einzige Teilnehmerin, allerdings mit einer rasanten Zeit.

Nur sechs Kinder mit fünf Seifenkisten hatten sich zu der sonst immer sehr beliebten Ferienspaßaktion angemeldet, berichtete Manfred Tholen, Vorsitzender des Berner Bürger- und Heimatvereins, der die Veranstaltung ausrichtete. „Vielleicht ist den Teilnehmern vom letzten Jahr der Dauerregen zu schlecht in Erinnerung geblieben, oder es gibt heute zu viele andere Veranstaltungen“, suchte der Organisator nach einer Erklärung.

Am Sonntag meinte es der Wettergott aber auf jeden Fall besser mit den kleinen Rennfahrern. Die vielen Zuschauer entlang der Piste konnten die Wettkämpfe ohne Schirm erleben. Dieter Graueholz und Detlef Göllner standen wieder an der 1,5 Meter hohen, selbst gebauten Rampe und sorgten für einen reibungslosen und sichern Start bei allen Durchgängen.

Bis zur Siegerehrung hielt sich der Regen brav zurück, doch dann öffnete der Himmel unerbittlich seine Schleusen. Dicht gedrängt unter dem großen Pavillon, den die Vereinsmitglieder eigentlich lieber trocken abgebaut hätten, wurden die Platzierungen bekannt gegeben. Jeder der Teilnehmer wurde dann mit einer Urkunde und einem Pokal bedacht.

Bei den Seifenkisten mit kleiner Radgröße in der Altersklasse für Acht- und Neunjährige belegte Michel Rickens vor Laurin Maack den ersten Platz. Auf dem dritten Platz landete Sarah Petershagen mit ihrer schwarz-rot-gelben Kiste, die ihr Vater aus den beiden bisherigen Seifenkisten der Familie neu zusammengeschraubt hatte. Ganz wie Schumi und Co. nutzte auch die Neunjährige ihren frisch erkämpften Pokal, um daraus auf ihren Sieg anzustoßen – allerdings nicht mit Sekt sondern mit Zitronensprudel.


Bei den zehn- bis zwölfjährigen Teilnehmern siegte Claas Rickens vor Torben Madera. Der Wanderpokal für die Fahrt in der Vereinsseifenkiste ging an Michel Rickens. Das frisch renovierte „Shaun-Mobil“ wurde zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren zum originellsten Gefährt gekürt.