Oldenburg - Schwups, da ist es passiert: Übermütig springt der Kollege im Urlaub in den Hotel-Whirlpool. Wie schön warm und sprudelig das ist! Im nächsten Moment könnte er eine Abkühlung gebrauchen: Siedend heiß fällt dem Kollegen ein, dass sein Handy noch in seiner Badeshorts-Tasche steckt und jetzt mit ihm im Wasser herumpaddelt.

So oder so ähnlich passiert es vielen Smartphone-Besitzern. Einige dieser Unfall-Handys landen in der Smartphone-Klinik iEmergency, die in Räumen an der Friedrich-Naumann-Straße 6 logiert. Die Klinik gibt es bereits seit 2012 (NWZ  berichtete). Manuel Sandstede und seine Mitarbeiter haben seitdem Tausende Smartphones repariert, viele Handybesitzer wieder glücklich gemacht, einige enttäuscht. Sich durchgebissen, neue Techniken gelernt.

Nun steht der Wechsel in die zentrale Innenstadtlage an: Im Mai zieht Sandstede an den Heiligengeistwall 5 um. Lange habe er gezögert, berichtet Sandstede. Er sei sich nicht sicher gewesen, ob sich die viel höhere Miete rentiert.

Als sie vor drei Jahren mit 700 Euro starteten, wussten sie vieles nicht. Er und sein damaliger Geschäftspartner gründeten eine Gbr, ohne „vernünftigen Businessplan“.

Es war ein Risiko, den vorherigen Job zu kündigen. „Ich hatte Angst, dass unsere Smartphone-Klinik nicht angenommen wird.“ Was würde er machen, wenn kein Geld hereinkommt. Der einzige Vorteil: „Da wir keinen Kredit aufgenommen hatten, hatten wir nichts zu verlieren.“


Immer wieder kamen neue Überraschungen auf die jungen Gründer zu: Sie mussten Nachzahlungen leisten, weil sie nicht alle Steuern bei der Kalkulation beachtet hatten. „Dann verlangte die IHK Geld von uns, obwohl wir keinen Auszubildenden hatten“, erinnert sich Manuel.

Zwei Monate machte iEmergency keinen Gewinn. Von den ersten Einnahmen kauften die Gründer neue Ersatzteile ein. Zunächst boten sie Reparaturen nur für iPhones an, später auch für Smartphones.

„Ich zahle mir nur das aus, was ich zum Leben brauche“, sagt Manuel. Es ging voran. Drei Jahre lang machte er keinen Urlaub, nahm sich keinen einzigen freien Tag. Bis der Akku leer war. „Wenn ich mich noch einmal selbstständig machen würde, würde ich Zeit für mich einplanen“, sagt Manuel. Im vergangenen Oktober stellte er eine Vollzeitkraft ein. In Zukunft möchte er sich gerne einen weiteren Mitarbeiter suchen, auch für die Buchhaltung. Um die kümmert er sich zurzeit nach Feierabend.

„Eine zweite Filiale wäre auch toll“, sagt Manuel. „Davon träume ich schon seit zwei Jahren, hatte aber keine Zeit, mich darum zu kümmern.“ Immer wieder überlegte er, einen Laden in der Innenstadt zu eröffnen. Er war sich aber nicht sicher, ob sich die viel höhere Miete rentieren würde. Ob im Zentrum wirklich viel mehr Laufkundschaft käme. Trotzdem: Manuel packt jetzt die Gelegenheit beim Schopfe und zieht zu Anfang Juni mit seiner „Notaufnahme“ in die Innenstadt, an den Heiligengeistwall, neben das Wallkino.

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