Ganderkesee - Zu viel Wärme, zu viel Wasser, zu viel Wetterwechsel: Extremer als üblich präsentierte sich der Juni in meteorologischer Hinsicht – auch in Ganderkesee und umzu. Mit einem Temperaturmittel von 17,2 Grad sei der Sommeranfang „zu warm, aber auch deutlich zu nass“ gewesen, lautet das Fazit des Wetterkontors Ingelheim, das für die NWZ allmonatlich den Wetterrückblick erstellt.

Schon der Juni-Anfang verdeutlichte die Extreme: Auf die kälteste Nacht des Monats mit Tiefsttemperaturen von 4,7 Grad folgten gleich am ersten Tag Werte von mehr als 20 Grad. In den Folgetagen blieb es wechselhaft, wurde aber kühler. Die letzte Juni-Dekade wurde mit dem heißesten Tag des Monats eingeläutet: Der 22. Juni gelte mit 30,6 Grad sogar als der einzige richtige Hitzetag der ersten zwei Sommerwochen.

Aber die Hitze brachte auch Gewitter mit sich. So verzeichnete das Wetterkontor ein durchwachsenes Monatsende mit teils kräftigen Regengüssen, Gewittern und erneuten Temperaturrückgängen. Das Tief „Rasmus“ bescherte den Ganderkeseern am 29. Juni mit 39,5 Litern Regen pro Quadratmeter den größten Tagesniederschlag. Die Hälfte des gesamten Regens von 116,3 Litern fiel in den letzten beiden Tagen des Monats. Trotz dessen waren die Temperaturen im Juni 1,6 Grad über dem Klimamittel – und damit „deutlich zu warm“, so das Wetterkontor. Die Sonnenscheindauer lag bei stattlichen 210 Stunden.

Wärme und Nässe schadeten auch dem regionalen Erdbeeranbau. „Der Starkregen lässt die Erdbeeren platzen, die folgende Hitze gammeln,“ berichtete Liane Wempe vom Spargelhof Wempe. Das extreme Wetter schade aber nicht nur dem Erdbeeranbau, sondern der gesamten Landwirtschaft und sei Ursache für Knappheiten und folglich erhöhte Preisen.