Holzkamp - Den Führerschein in der Tasche, aber 16 Jahre lang kein eigenes Auto: So erging es Kord Struthoff. Erst im Alter von 35 Jahren nannte er einen grauen VW Käfer sein Eigen.
Ein Lehrgang über vier Wochen verhalf ihm mit 17 Jahren zu seinem Führerschein. Doch erst im Sommer 1979 legte er 500 DM für sein erstes Auto, den Käfer, auf den Tisch, das Nummernschild behielt er. „Leider“, wie sich herausstellen sollte. Der Wagen war in der Gemeinde bekannt, weil der Vorbesitzer ihn so lange hatte. „Jeder wusste also, wo ich gewesen war“, schmunzelt der 67-Jährige.
Aber wie konnte er 16 Jahre ohne eigenes Auto auskommen? Zur Arbeit auf einem Hof in der Nachbarschaft ging er zu Fuß, und bei Bedarf halfen Freunde, Nachbarn oder Stiefsohn Rolf aus.
Der Käfer erwies sich in den Wintermonaten fortan nur als bedingt straßentauglich. „Die Fahrten waren eine Tortur aufgrund der blöden Lüftungsheizung“, erinnert sich Struthoff. „Die Frontscheibe war immer dicht, ich musste aus dem Seitenfenster gucken.“ Im November 1979 lernte er seine jetzige Frau Karla kennen, sie fuhr einen Opel Kadett B. Doch auch dieses Auto hatte einen Nachteil: Der Kadett sprang morgens bei kalten Temperaturen nicht an, der Käfer musste stets beim Überbrücken helfen.
Als sie im April 1980 eine gemeinsame Wohnung bezogen, verkaufte das Paar den VW. „Ein Bauer aus der Wesermarsch brauchte ihn als Transportfahrzeug auf seinen Privatwegen. Er gab mir noch 400 DM für den Wagen, ich habe ihn also im Endeffekt für 100 DM gefahren“, sagt der Regisseur der Speelkoppel Hoyerswege.
Im Herbst hatte schließlich auch der Kadett ausgedient, es folgte ein Passat-Kombi. Die weiteren Autos im Laufe der Jahre: ein Ford-Kombi, wieder ein VW (Jetta), ein Opel Ascona. Auf den Ascona folgten dann nur noch Modelle von Ford: Scorpio, Orion, Mondeo und Focus. Vor drei Jahren legten sich Karla und Kord Struthoff einen Ford C-Max zu. „Unser erstes und wohl letztes neues Auto“, sagt der Familienvater.
16 Jahre ohne Fahrzeug will er aber auch nicht noch einmal auskommen müssen.
