Wilhelmshaven - Rund 13 Jahre ist ein Bus im Liniennetzverkehr unterwegs. 900 000 Kilometer war er dann etwa auf Wilhelmshavens Straßen unterwegs. Alle zwei Jahre müssen zwei Busse ersetzt werden. Einen Gelenk- und einen Solobus stellten die Stadtwerke Wilhelmshaven jetzt in Dienst. Die beiden Neuanschaffungen fahren nicht nur umweltschonend, sondern auch sicher.
Vor allem die seit einiger Zeit installierten Videokameras haben sich bewährt. „Seit wir unsere Busse mit diesen Systemen ausgestattet haben, ist der Vandalismus auf Null zurückgegangen“, berichtete Betriebsleiter Frank Rademacher dem Stadtwerke-Aufsichtsrat bei der Vorstellung der Fahrzeuge.
„Mir persönlich ist seitdem kein Fall von Sachbeschädigung, Graffiti oder Diebstahl gemeldet worden.“ So habe sich im Gegenteil die Zahl der Fundsachenabgabe stark erhöht. Falls es doch mal zu einem Zwischenfall kommt, können die Videos ausgewertet werden. Das Material wird nach 72 Stunden automatisch gelöscht. „Dieses Verfahren ist mit dem Datenschutz vereinbar“, sagte Rademacher.
Mehr Sicherheit haben aufgrund der Sitzplatzanordnung aber auch gehbehinderte Fahrgäste und Rollstuhlfahrer. Die Sitzreihen im vorderen Busbereich wurden so gestaltet, dass Rollatoren direkt neben den Sitzen abgestellt werden können. Ausklappbare Rampen gehören seit 2005 zum Standard. Zusätzlich können die Busse abgesenkt werden. „Zusammen mit den erhöhten Bordsteinkanten an vielen Haltestellen erreichen wir für unsere Kunden dadurch fast Barrierefreiheit“, so der Betriebsleiter.
Neueste Antriebstechnologien sorgen darüber hinaus für umweltschonende Fahrgastbeförderung. Der Schadstoffaustausch ist mit denen von gasbetriebenen Fahrzeugen vergleichbar. Die Busse erfüllen die strenge Abgasnorm EEV.
Bei einer Probefahrt konnte sich der Aufsichtsrat nicht nur von den Vorzügen der Busse überzeugen, ihnen wurde auch gleich die Verlängerung der Linie 6 vorgestellt. Diese wird demnächst drei neue Haltestellen auf dem Gelände des JadeWeserPorts in ihren Fahrplan aufnehmen (diese Zeitung berichtete). Die Fahrtzeiten sind mit den Schichtzeiten der auf dem Gelände bereits tätigen Unternehmen abgestimmt. Das Angebot kann in Zukunft noch ausgeweitet werden.
Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um einen Gelenkbus mit 48 Sitz- und 101 Stehplätzen, sowie einen Solobus mit 34 Sitz- und 50 Stehplätzen. Sie sind 18 bzw. 12 Meter lang.
Ab November will die Verkehrsgesellschaft zudem beginnen, ihre Busflotte mit Monitoren auszustatten. „Mit ihnen können Haltestellenansagen optisch unterstützt werden“, erklärte Rademacher. Über weitere Verwendungen stehe man zurzeit in Verhandlungen. Denkbar seien etwa Werbung oder Nachrichtenticker, so Rademacher weiter.
