KAMPE - In Kampe werden ab sofort 30 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr getrocknet. Eine entsprechende Anlage wurde jetzt in Betrieb genommen. Betreiber ist die Oldenburger Bio-Kraftwerk GmbH (OBK), eine Tochter der Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH (OFK) in Kampe (die NWZ berichtete). OFK-Geschäftsführer Thomas Groß stellte die sechs Millionen Euro teure Anlage am Donnerstag den Mitgliedern des Ausschusses für Planung und Umwelt des Cloppenburger Kreistages vor. Unter dem Einsatz von fast fünf Millionen Megawatt Energie wird der Klärschlamm in sechs Glashäusern getrocknet. Jede Halle ist 1000 Quadratmeter groß und kann 100 Tonnen pro Trocknungsvorgang aufnehmen.

Das Besondere an der Anlage sei, so Groß, dass der Schlamm zu 100 Prozent mit regenerativer Energie getrocknet werde. „25 Prozent der Energieversorgung kommt von Solaranlagen und 75 Prozent von der Abwärme aus dem OFK-Betrieb“, erklärte der Geschäftsführer den Kreistagsmitgliedern. Dadurch könne in den Glashäusern eine konstante Temperatur von etwa 40 Grad Celsius gehalten werden. Von 30 000 Tonnen Klärschlamm bleiben nach der Trocknung rund 10 000 Tonnen Trockengut übrig. Der verdunstete Rest wird durch Biofilter gereinigt und an die Luft abgegeben. Geruchsbelästigungen werde es dadurch laut Andreas Loi-Brügger, Verfahrensingenieur bei OFK, nicht geben.

Die feste Masse, die übrig bleibt, wird von der Eon Kraftwerke GmbH in Hannover abgenommen und als Heizmaterial – ähnlich wie Braunkohle – in einem Kohlekraftwerk in der Nähe von Helmstedt eingesetzt. Die Abnahme des Trockenguts ist auf 15 Jahre vertraglich festgelegt und garantiert der OBK einen jährlichen Umsatz von einer Millionen Euro. Die Klärschlämme werden aus Kläranlagen aus der Region angeliefert – vier bis fünf Sattelschlepper am Tag.