KAMPE - Wer in den nächsten Tagen in die Kamper Krippe kommt, oder über die Weihnachtstage einen Gottesdienst besuchte, der wird sich beim Eintritt sicher eines gefragt haben: Läuft hier ein Wasserhahn? Aber weit gefehlt – das Geplätscher kommt von einem Bächlein im Krippenbild der St.-Joseph-Kirche in Kampe. Wie der zustande kommt? Ganz einfach: „Der Bach ist ein aufgeschnittenes Rohr, der Teich am Ende ein altes Spülbecken, das mit Steinen ausgelegt ist“, erklärt Gisela Tameling (71), eine der Aufbauerinnen des Krippenbildes. Unter dem Spülbecken steht ein Auffangeimer, von dort wird das Wasser mit Hilfe einer Teichpumpe wieder zum Bach-Anfang gebracht. „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, so Annegret Frerichs (49), die ebenfalls beim Aufbau anpackt.
Die Krippe steht vorne rechts in der St.-Joseph-Kirche und ist ungefähr 2,5 Meter mal 3,5 Meter groß. Die Figuren sind aus Ton und haben bewegliche Gelenke. „So können wir die Protagonisten immer mal wieder etwas anders hinstellen“, sagt Gisela Tameling. Diese Figuren sind übrigens vor ein paar Jahren umgezogen, quasi in ein neues Sommer-Quartier. „Viele Jahre hatten sie einen ganz besonderen Platz“, weiß Annegret Frerichs zu berichten. „Im Gästezimmer des Pfarrers, da lagen die Figuren im Bett und es konnte ihnen nichts passieren.“ Im neuen Haus der Begegnung haben die fast einen Meter großen Ton-Puppen einen kleinen Raum für sich.
Angeschafft wurden sie bereits in den 1960er Jahren vom damaligen Schulleiter Reinhold Landwehr. Die Figuren sind handgefertigt und gebrannt, jedes Teil ist ein Unikat. Bei der Auslagerung aus dem Pfarrheim in Kampe wurde einige Figuren beschädigt. Der Josef war in fast 30 Teile zerbrochen – Grund genug, die Puppen im vergangen Jahr restaurieren zu lassen. Das übernahm die erfahrene Altenoyther Hobbyrestauratorn Käthe Tiedeken.
Für den Aufbau in der Kirche wird die erste Bank aus der Kirche getragen. Dann machen sich drei Frauen ans Werk, die Geburt von Jesus darzustellen. „Wir brauchen gut acht Stunden bis alles so ist, wie wir es möchten“, sagt Gisela Tameling.
