KAMPE - Coners war viele Jahre Geschäftsführer der Oldenburger Fleischmehlfabrik (OFK) in Kampe. Das Unternehmen gehört Landkreisen und Städten und nimmt hoheitliche Aufgaben wahr.

Von Heinz-Josef Laing

Die Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH (OFK) in Kampe hat sich überraschend und mit sofortiger Wirkung von ihrem langjährigen Geschäftsführer Ingo Coners getrennt. Coners sei seit letzter Woche nicht mehr Geschäftsführer und nicht mehr Angestellter des Unternehmens, erfuhr die NWZ aus gut unterrichteten Kreisen.

Danach hatte die Entscheidung zur fristlosen Entlassung des Geschäftsführers der Aufsichtsrat des Unternehmens am Freitag vor Pfingsten in einer Sondersitzung in Oldenburg getroffen. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Henning Schultz, Landrat des Landkreises Wittmund (Ostfriesland). Coners sei im Anschluss an die Sitzung über die Entscheidung informiert worden, habe seinen Schreibtisch in Kampe räumen und die Firmenschlüssel abgeben müssen.

Als Grund für die plötzliche Trennung von Ingo Coners hieß es, es habe Unstimmigkeiten zwischen dem Geschäftsführer einerseits und dem OFK-Aufsichtsrat und den Gesellschaftern andererseits gegeben. Details wurden bislang nicht genannt, allerdings ist die Rede von verschiedenen Vorkommnissen, die in der Summe schließlich zur Trennung von Geschäftsführer Coners geführt hätten. Im Amt bleibt der weitere Geschäftsführer Thomas Groß. Gegen ihn liege nichts vor, hieß es.


Die Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH in Kampe ist für die Entsorgung von tierischen Schlachtabfällen und gefallenen Tieren aus landwirtschaftliche Betrieben sowie Zerlege- und Schlachtbetrieben in den Landkreisen Ammerland, Aurich, Cloppenburg, Friesland, Leer, Wesermarsch, Oldenburg, Vechta und Wittmund sowie in den Städten Emden, Oldenburg und Wilhelmshaven zuständig. Das Unternehmen nimmt dabei eine hoheitliche Aufgabe für einen Einzugsbereich von 12 400 Quadratkilometern wahr, die durch das Tierkörperbeseitigunggesetz geregelt wird. In Kampe wird das angelieferte Material größtenteils zu Tiermehl verarbeitet.

Gesellschafter der Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH sind zu 100 Prozent die Landkreise und Städte aus dem Entsorgungsgebiet. Sie zahlen jährlich hohe Summen für den Betrieb der Fabrik am Küstenkanal in Kampe.

Die Fleischmehlfabrik war in den letzten Jahren immer wieder ins Gerede gekommen Zuletzt gab es einen Rechtsstreit mit einem Anwohner aus Kampe, der wegen Geruchsbelästigungen vor Gericht zog. Zudem wehrten sich im Frühjahr Mitarbeiter des Unternehmens gegen die Auslagerung von LKW-Touren an ein privates Unternehmen (die NWZ berichtete). Sie bangten um ihre Arbeitsplätze.