KAMPE - Die Firma wird auch künftig von zwei Geschäftsführern geleitet. Der Aufsichtsrat hat bisher auf eine Strafanzeige gegen Ingo Coners verzichtet.
Von Heinz-Josef Laing
Wenige Tage nach der fristlosen Entlassung von Ingo Coners als Geschäftsführer der Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH (OFK) in Kampe – die NWZ berichtete – sind erste Details der überraschenden Personalentscheidung des OFK-Aufsichtsrates bekannt geworden. Danach soll Coners Mitarbeiter des Unternehmens unerlaubt auf einer privaten Baustelle beschäftigt haben. Aufsichtsratsvorsitzender Hennig Schultz dazu gegenüber der NWZ : „Ich kann das weder dementieren noch kommentieren.“
Schultz machte keine Angaben zum Umfang möglicher Verfehlungen des am vergangenen Freitag entlassenen langjährigen Geschäftsführers. Angesichts eines möglicherweise drohenden Rechtsstreits um die Entlassung von Ingo Coners lehnte Schultz, Landrat des Landkreises Wittmund, weitere Angaben ab. Eine Strafanzeige habe der Aufsichtsrat nicht erstattet. Aus informierten Kreisen hieß es, Coners habe „insgesamt den Bogen überspannt.“ Nach Angaben von Schultz sind neben Ingo Coners keine weiteren Mitarbeiter des Kamper Unternehmens von Sanktionen betroffen.
Bereits am Freitag hat der Aufsichtsrat der Fleischmehlfabrik eine Entscheidung für die Nachfolge von Coners getroffen. Der bisherige OFK-Prokurist Heinz Behrends wurde zum Geschäftsführer bestellt. Die für die Entsorgung von Schlachtabfällen und gefallenen Tieren auf den Bauernhöfen zuständige Kamper Firma verfügt damit weiterhin über zwei Geschäftsführer. Im Amt geblieben ist Thomas Groß.
Beim Landkreis Cloppenburg gab man sich am Dienstag bedeckt. Pressesprecher Ansgar Meyer erklärte auf Anfrage der NWZ , der Landkreis werde sich inhaltlich zu den Vorgängen nicht äußern.
Die OFK befindet sich im Besitz der Landkreise und Städte aus dem Oldenburger Land und Ostfriesland. Der Landkreis Cloppenburg ist mit 1,19 Millionen Euro jährlich der größte kommunale Zuschussgeber der Kamper Fleischmehlfabrik.
