KAMPERFEHN - KAMPERFEHN/EB - Der Ortsverein Kamperfehn hatte zum gemütlichen Heimatabend unter dem Motto „Vertell doch moal“ eingeladen. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Ludger Holzenkamp, begrüßte die zahlreichen Gäste. Bei Tee und Krintstuut und hinterher einem Gläschen Kruiden ließ es sich noch besser über die alten Zeiten reden. Selbstverständlich alles „up Platt“. Die Moderation des Heimatabends machte Hans Bunger. Die Idee für diesen Heimatabend brachte Theo Grünfeld mit. Als Ur-Kamperfehner hatte er einiges aus alten Zeiten zu erzählen.
Das große Gesprächsthema des Abends waren die 50er-Jahre, eine Zeit, in der das Leben in Kamperfehn sicher nicht einfach, jedoch mit viel Erlebnissen verbunden war. So erzählte Helmut Brünemeyer: „Wenn bei uns im Betrieb die Getreidemühle lief, dann gingen in der Küche die Lampen aus.“ Hildegard Hemmen erinnerte sich an die Anfangszeiten des Betriebes „Möbel-Hemmen“.
Das Lieferfahrzeug durfte morgens nicht so früh gestartet werden. Die Lautstärke hätte die Nachbarn vorzeitig aus den Federn gerissen, lachte sie. Heinz Hemmen wusste noch, dass er mit diesem tollen Fahrzeug bis nach Dortmund unterwegs war. Das Dreirad lief 35 km/h als Höchstgeschwindigkeit, verkündete er stolz.
An diesem Abend wurden noch über viele Begebenheiten und Erlebnisse in Kamperfehn gesprochen, über kulturelle Ereignisse, über die schulische Entwicklung, über technische Dinge wie Telefon, Fernseher und Autos; Dinge, die zu der Zeit eben nicht zur Selbstverständlichkeit gehörten.
Kurze Pausen wurden musikalisch mit dem Akkordeon von Horst Sydow gefüllt.
Als Bäuerin traf Gina Wienken auf und erzählte den Gästen auf humorvolle Art von den Freuden und Leiden einer Bäuerin aus längst vergangenen Zeiten. Sie kam mit dem passenden Fahrrad mit, das noch mit den Anhängevorrichtungen für Milchkannen versehen war. Hildegard Hemmen erzählte über ihre ersten Erfahrungen mit einer vollautomatischen Waschmaschine.
