Hockensberg - Viel Zeit brauchte Marcus Martens für die Regularien in der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Golf- und Gartencafé Garms in Iserloy nicht. Jahresrückblick und Vorstandswahlen waren schnell abgehakt. Viel intensiver war der Bericht über das Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg. „Ich habe den Begriff Industriegebiet extra gewählt. Denn in einem solchen Gebiet kann 24 Stunden am Tag gearbeitet werden. Solche Flächen lassen sich noch verkaufen“, so der Vorsitzende.

Er erinnerte daran, dass das „Industriegebiet 1.0“ per Klage vor Jahren abgewiesen wurde. Das „IG 2.0“ hatten alle Fraktionen verworfen, aber nicht aus dem Flächennutzungsplan gelöscht. In 2015 kam das Thema für „IG 3.0“ wieder auf den Tisch. Mit mehrheitlichem Entschluss wurden damit die Planungen wieder aufgenommen.

„Kommt das Industriegebiet, dann ist das ein Geschwür, was weiter wachsen wird“, mutmaßte Martens. „Wir werden versuchen, es zu verhindern. Wir bleiben kampfeslustig.“ Martens betonte, dass zusätzliche Anwälte beauftragt werden sollen. Auch die Arbeitsgruppe mit ihm, Fokke Stöver, Astrid Busch, Heinrich Voß und Peter Gremmert werde weitere Maßnahmen besprechen.

Dazu könnte auch eine Unterschriftensammlung gehören. 400 Unterzeichner würden reichen, um den Rat zu einer neuen Abstimmung zu zwingen. Allerdings würde das wohl kaum einen anderen Beschluss ergeben, meinte Gremmert. Bis auf die Liberalen sind CDU, SPD und Grüne für das Gewerbegebiet. Dierk Garms (FDP) sprach von politischer Isolation.

Mit den Planungen würde Geld des Steuerzahlers ohne Gegenwert ausgegeben, hieß es. Auch wenn es Fördergelder gebe, müsse zum tatsächlichen Quadratmeterpreis verkauft werden. „Sonst haben wir hier versteckte Investitionen, was nach EU-Vorgaben verboten ist“, meinte Gremmert. Damit seien die Quadratmeterpreise zu hoch im Vergleich zu anderen Flächen, hieß es. Zur Sprache kam die Alternativfläche an der B 213. Aber auch dort befürchten die Hockensberger langfristig ein wachsendes Industriegebiet. Sie sehen dafür keine wirtschaftliche Notwendigkeit.


Vor der Diskussion waren die 2. Vorsitzende Bianca Garms, Schriftführer Fokke Stöver und Pressewart Heinrich Voß wiedergewählt worden.

Nach einem Imbiss stellten Heinrich Boning und Alfred Panschar ihr Buch „Sie ließen keine Gelegenheit aus – Eine historische Reise durch die Gastronomie der Stadt Wildeshausen“ vor.

Der nächste Termin für den Heimatverein ist am Sonnabend, 1. April. Die Hockensberger treffen sich zur Aktion saubere Landschaft um 14 Uhr beim Garten- und Golfcafé Garms in Iserloy.