Düsseldorf/Bonn - In seinem Kampf gegen Preisabsprachen steuert das Bundeskartellamt auf einen Bußgeldrekord zu. 2014 seien bereits Strafen im Umfang von 635 Millionen Euro ausgesprochen worden, sagte Behördenchef Andreas Mundt in Düsseldorf.

Weitere Verfahren würden in diesem Jahr gegen Hersteller von Wurstwaren und den Lebensmitteleinzelhandel abgeschlossen. Bisher galt das Jahr 2003 mit einer Strafe von rund 660 Millionen Euro gegen Firmen aus der Zementindustrie als Rekordjahr. Davon wurden aber nur gut 400 Millionen rechtskräftig.

Die Zahl der aufgedeckten Kartellfälle sei seit 2005 kontinuierlich gestiegen, sagte Mundt. Daran habe die Kronzeugen-Regelung maßgeblichen Anteil: Firmen bleiben im Gegenzug für entscheidende Hinweise straffrei. Allein rund die Hälfte der Fälle ging auf Hinweise von Kronzeugen zurück, berichtete er. Diese seien für den Nachweis der oft komplexen Kartelle „völlig unverzichtbar“.

2013 hatte die Behörde rund 240 Millionen Euro an Bußgeldern gegen 54 Unternehmen und 52 Privatpersonen verhängt. Darunter waren Schienenhersteller, Unternehmen der Mühlenindustrie sowie Süßwaren-, Haushaltsgeschirr- und Drogerieartikel-Produzenten.

Die Geldstrafen seien „schon hoch“ und würden nicht nur von den Firmen, sondern auch von verantwortlichen Managern verlangt, sagte Mundt. Er habe den Eindruck, dass die Sanktionen wirkten: „Es gibt ernsthafte Compliance-Bemühungen, das ist anders als früher. Die Bemühungen sind konkreter geworden.“