• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Präsident schwärmt von deutscher Kartoffel

09.08.2014
Frage: Herr Tepel, wie fällt die Kartoffelernte in diesem Jahr aus?
Tepel: Für eine zuverlässige Aussage ist es noch zu früh, die Haupternte endet ja erst im September oder Anfang Oktober. Aber fest steht schon: Die Ernte 2014 wird deutlich besser werden als die sehr unterdurchschnittlichen 9,8 Millionen Tonnen des Vorjahres. Auch die Anbaufläche hat zugenommen, von rund 243 000 auf gut 245 000 Hektar.
Frage: Wovon hängt ab, wie gut die Ernte wird?
Tepel: Das ist alles eine Frage der Witterung, also Temperatur, Niederschlag und der jeweiligen Böden. Das fällt regional sehr unterschiedlich aus. Häufige Witterungswechsel bringen die Kartoffel unter Druck. Feuchte und Wärme wirken hervorragend, können aber auch Krankheiten fördern. Alle diese Themen haben wir auch in diesem Jahr.
Frage: Das Angebot steigt. Sinken die Preise für die Verbraucher?
Tepel: Die Preise sind 2014 bereits deutlich gesunken. Bei den Erzeugern, also ab Hof, um mehr als 50 Prozent.
Frage: Was kommt davon bei den Verbrauchern an?
Tepel: Ein großer Teil, wie die niedrigeren Ladenpreise zeigen, aber nicht alles. Dazu tragen auch die Packungsgrößen bei, die tendenziell immer kleiner werden. Früher haben die Haushalte für den ganzen Winter einen oder zwei Zentner Kartoffeln im Keller eingelagert, jetzt werden sogar immer mehr Gebinde mit wenigen Kilos gekauft, im Extremfall nur zwei Kilo. Der Trend zu diesen immer kleineren Einheiten bedeutet auch eine schleichende Verteuerung.
Frage: Warum?
Tepel: Weil der Herstellungsaufwand steigt. 
Frage: Was bleibt beim Bauern?
Tepel: Der Kostpreis des Erzeugers liegt bei ca.  15 Euro pro 100 Kilogramm ja nach Sorte, bei einer normalen Ernte. Dazu kommen Kosten für Lagerung, Sortieren, Waschen, Polieren, Abpacken und der Transport in recht teuren Klappkisten. Obendrauf kommen unter anderem die Logistik und die Marge des Einzelhandels.
Frage: Funktioniert aus Ihrer Sicht der Kartoffelhandels-Markt eigentlich?
Tepel: Ja, eindeutig. Das zeigen die Preisschwankungen. Bei Kartoffeln funktioniert das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Ein Beispiel: Übermengen aus Importländern wie Ägypten und Israel setzten im Frühjahr 2014 den Preis für die deutschen Frühkartoffeln unter Druck. Das gab die Richtung vor.
Frage: Wie stark ist die Macht des Lebensmittelhandels?
Tepel: Die ist groß. Vor 25 Jahren lief noch vieles regional ab, Einzelhändler kauften aus Lagern 30 oder 40 Kisten mit Kartoffeln. Heute ist das teilweise ein bundesweites Geschäft mit großen Mengen. Zugleich haben sich in Deutschland allerdings auch starke regionale, teilweise kleinstrukturierte Programme entwickelt.
Frage: : Reicht der deutsche Kartoffelanbau eigentlich, um den Bedarf zu decken?
Tepel: Ja, statistisch gesehen ist das so. Aber es gibt eben immer eine Phase zwischen dem Auslaufen von alt-erntiger Ware – mengenmäßig oder qualitativ – aus der Vorjahresernte und dem Beginn der neuen Ernte. Da geht es meist um einige wenige Wochen. Gerade in dieser Zeit verlangen die Verbraucher aber oft neue Kartoffeln, etwa zum Spargel. Dann schließen Importe die Lücke.
Frage: Und die Qualität?
Tepel: Die ist dann nicht immer so, wie einheimische Ware sie bietet. Die Branche arbeitet mit enormer Anstrengung an Lösungen. So wird die Lagerungstechnik etwa in den Kisten-Kühllagern immer weiter verfeinert – und damit die zu überbrückende Zeitspanne bis zur neuen Ernte immer kürzer.
Frage: Ist die Kartoffel eigentlich noch modern?
Tepel: Aber sicher. Sie bleibt ein sehr interessantes, vielseitig verwendbares Grundnahrungsmittel. Die Branche treibt – etwa über die Kartoffel Marketing GmbH oder das Portal www.die-kartoffel.de –   viel Aufwand, um über die Vorzüge aufzuklären und den Verbrauch weiter zu steigern. Er liegt aktuell bei etwa 57 bis 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
Frage: Und, kommen bei Ihnen als Verbandspräsident heute auch Kartoffeln auf den Tisch?
Tepel: Was für eine Frage! Meine Frau und ich essen immer Kartoffeln. Das wird auch nie langweilig. Deutsche Züchter liefern hochwertigste Ware – und für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2040
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.