Petersdorf - Seit sechs Jahrzehnten gastiert der Schaustellerbetrieb Friedrich aus Cloppenburg auf dem Schützenfest der St.-Franziskus-Schützenbruderschaft Petersdorf. Auch am kommenden Wochenende wird das Pferdekarussell auf dem Festplatz seine Runden drehen. Die Familie Friedrich reist mit ihren Geschäften in dritter Generation. Heute ist Michael Friedrich Inhaber des Schaustellerbetriebs, zuvor sind die Geschäfte von Vater Friedrich und Großvater Josef geführt worden. Michaels Mutter Minna ist auch noch gerne mit auf Reisen. Und mit Sohn Marlon August steht bereits die vierte Generation der Familie Friedrich in den Startlöchern.

Das Pferdekarussell ist der Stolz der Familie. In Fachkreisen wird dieses Fahrgeschäft auch als „Bodenmühle“ bezeichnet. Das Karussell ist über 100 Jahre alt und seit 1950 in Familienbesitz. Es wurde damals von dem Bremer Schausteller Böker erworben.

Der Besatz auf der Bodenmühle besteht nicht nur aus Pferden, auch Schwäne, Kutschen, Wolf und Hirsch sind zu finden. Alles ist handgeschnitzt aus Holz. Das Karussell ist sogar handbemalt.

„Der Aufbau des Karussells erfolgt mit vier Mann und dauert etwa sechs Stunden“, berichtet Michael Friedrich. Der Abbau gehe schneller, er ist in drei Stunden erledigt. Zum Transport des Geschäftes sind eine Zugmaschine, ein Packwagen und ein Kassenwagen erforderlich.

„Nach Petersdorf komme ich immer sehr gerne“, so Friedrich. Als er damals mit seinen Eltern mitreiste, ist er sogar dort zur Schule gegangen. Er ist auch Mitglied der Petersdorfer Bruderschaft.


Das Pferdekarussell ist auf den Festplätzen sehr beliebt. Sowohl Kinder, Eltern und Großeltern haben darauf schon Runden gefahren.

Die Friedrichs sind nicht nur mit ihrer Bodenmühle auf Reisen, weiter gehören ein kleines Nostalgie-Kinderkarussell, ein Schießwagen, ein Spielzeugwarenwagen und ein Süßwarenwagen zu ihren Geschäften. Die Saison dauert von Mai bis Dezember. Einzugsgebiet sind die Landkreise Cloppenburg, Vechta sowie Oldenburg und Bremen. In den übrigen Monaten stehen Wartungsarbeiten an.

Die wirtschaftliche Lage spiegelt sich bei den Schaustellern wider. „Es ist sehr schwer geworden“, schildert Michael Friedrich. Dazu würden nicht nur die steigende Kosten beitragen, auch merke man, dass weniger Kinder da seien. „Wir haben sehr zu kämpfen“, sagt er. Dennoch – Michael Friedrich kann sich keinen anderen Beruf vorstellen: Er ist Schausteller aus Leidenschaft.