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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Karussells drehen sich trotz Terror weiter

11.11.2016

Im Nordwesten /Berlin Die deutschen Volksfeste haben die allgemeine Furcht vor Terroranschlägen in diesem Jahr nicht zu spüren bekommen. „Wir haben in diesem Jahr stabile Besucherzahlen“, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds, Albert Ritter, am Donnerstag in Berlin. „Die Besucher haben uns die Treue gehalten.“

Der Verband rechnet wie im Vorjahr mit rund 148 Millionen Gästen bei knapp 10.000 Volksfesten und einem Umsatz von 2,65 Milliarden Euro.

Auch im Nordwesten – unter anderem auf dem Oldenburger Kramermarkt – habe man von Angst vor dem Terror nichts zu spüren bekommen, erklärte Schaustellersprecher Helmut Mondorf auf Nachfrage dieser Zeitung. Beim Kramermarkt sei man – wie im Vorjahr – auf 1,3 bis 1,4 Millionen Besucher gekommen, sagte Mondorf. Der Stoppelmarkt in Vechta (rund 920.000 Gäste) und der Gallimarkt in Leer (550.000) verzeichneten sogar Besucherrekorde.

Traditionell ist die Hauptsaison für die Schausteller die Zeit von Ostern bis Erntedank. Hinzu kommen die Weihnachtsmärkte, die von Mitte November bis Heiligabend bundesweit rund 85 Millionen Besucher anziehen, die rund eine Milliarde Euro ausgeben. Vor 15 Jahren waren es lediglich 50 Millionen Gäste.

Das Gewerbe sei bemüht, „Saufmärkte“ zu verhindern, bei denen es vor allem um den Konsum von Glühwein gehe, sagte Ritter. So müssten zum Beispiel Kunsthandwerker eine geringere Standgebühr zahlen als Wurstbuden, berichtete Ritter. „Wir wollen keine Verballermannisierung des Weihnachtsmarkts.“

Ritter appellierte an die Kommunen, sein Gewerbe von Kosten zu entlasten. „Wenn Sie einen Festumzug, ein Feuerwerk oder eine Blaskapelle sehen – dann wurde das alles von den Schaustellern bezahlt.“ Hinzu kämen stark gestiegene Kosten für mehr Sicherheitspersonal.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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