Diekmannshausen - Es ist unübersehbar, dass sich an der Kaskade in Diekmannshausen etwas tut: Absperrgitter und Baugerüste säumen den Eingang zum Museum des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). In Kürze beginnt der Bau eines Außenfahrstuhls, durch den die Einrichtung weitgehend barrierefrei wird. Spätestens Ende September soll er in Betrieb gehen.
Toller Lernstandort
Das Museum Kaskade ist einer von drei zertifizierten Lernstandorten im Verbandsgebiet des OOWV. Das Speicherpumpwerk ist das älteste Gebäude in der Geschichte des Wasserverbands. Dort erfahren Besuchergruppen und Schulklassen alles über den Ursprung und die Bedeutung der modernen Wasserversorgung. Das Programm ist qualitativ so hochwertig, dass der Besuch als erteilte Unterrichtsstunde gilt.
In mehreren Schritten baut der OOWV die Einrichtung zu einer modernen Wissenswelt um. Bereits im vergangenen Jahr wurden ein neuer Ausstellungsbereich mit interaktiven Möglichkeiten sowie Filmen und Hörbeiträgen von Zeitzeugen sowie ein blaues Klassenzimmer eröffnet.
Der Fahrstuhl ist mehr als ein Baustein im Gesamtkonzept. „Wir erfüllen mit ihm den langgehegten Wunsch nach Teilhabe aller Besucherinnen und Besucher“, erklärt OOWV-Projektleiterin Dina Leipner.
Inklusion
Sie verantwortet den Standort und führt beinahe täglich Schulklassen durch die Kaskade. „Der Anteil inklusiver Klassen wächst deutlich. Deshalb tragen wir mit dem Bau des Fahrstuhls auch dieser Entwicklung Rechnung. Durch die Erreichbarkeit der Stockwerke werden zwei Drittel der Ausstellung barrierefrei sein“, sagt sie. Lediglich das Kellergeschoss und die Spitze des Gebäudes bleiben über Treppen erreichbar.
Bis zur Inbetriebnahme ist noch allerhand zu tun. „Viele Gewerke müssen auf engstem Raum koordiniert werden. Dabei gilt es auch noch Liefer- und Urlaubszeiten zu berücksichtigen“, sagt Gerd Wallrafe aus der Planungsabteilung des OOWV. Die Arbeiten beginnen mit der Gründung des Fundaments.
Kosten: 220 000 Euro
Dafür müssen mehrere Pfähle in die Erde getrieben werden. Später folgen die Durchbrüche für die Haltestationen auf vier Etagen. „Das Gebäude ist starken Witterungseinflüssen ausgesetzt. Deshalb haben wir uns für ein robustes und beständiges Modell entschieden“, so Wallrafe.
Die Gesamtkosten für den Fahrstuhl belaufen sich auf rund 220 000 Euro. Fast die Hälfte der Kosten wird durch Fördermittel aus dem Europäischen „Leader“-Programm gedeckt. Dabei handelt es sich um Mittel, die für die Entwicklung des ländlichen Raums vorgesehen sind. Die lokale Aktionsgruppe hatte den Förderantrag des OOWV im vergangenen Jahr bewilligt.
